Gemeinde / Versammlung | Seelsorge (allgemein) | Mi, 7. Oktober 2026

Hirtendienst 6: Ältestendienst B (Bedingungen für den Ältestendienst)


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(00:00:00) Wir haben uns beim letzten Mal angeschaut, was der Ältestendienst eigentlich grundsätzlich ist, wer Älteste bestimmt, wie sie eingesetzt werden und haben festgestellt, dass das eben heute nicht mehr durch andere Personen geschieht. Da kann man natürlich die Frage stellen, wenn sie nicht mehr eingestellt werden, wenn sie nicht mehr durch Apostel und Delegierte, die es nicht mehr gibt, eingesetzt werden, ja wie geschieht das denn heute? Und wir haben gesehen, dass es einfach solche Brüder sind, die erstens Einsicht haben, eine geistliche Reife haben, die zweitens von Herzen aus Liebe, wir kommen da später dazu, auch diesen Dienst tun zum Wohl der örtlichen Geschwister am Ort, dass sie einfach arbeiten, dass sie dadurch geprägt sind, dass sie eine solche Arbeit tun und dass sie das als eine Aufgabe vor dem Herrn sehen. Dass das wichtig ist, wird auch dadurch deutlich, dass in 1. Timotheus 3 der Apostel, jetzt menschlich gesprochen, sieben Verse benutzt, um uns Qualifikationen, notwendige Bedingungen, Voraussetzungen zu nennen, um einen (00:01:03) solchen Ältestendienst ausführen zu können. In dem ersten Vers spricht er davon, wie wertvoll dieser Dienst ist, ein schönes Werk, aber dann sagt er: "Der Aufseher", also derjenige, der eine geistliche örtliche Aufsicht führt, der in diesem Ältestendienst tätig ist, "der muss untadelig sein". Das heißt als erstes wird deutlich, dass so jemand nicht Anlass geben darf dafür, dass Menschen mit dem Finger auf ihn zeigen. Er muss jemand sein, der nicht von Menschen von außerhalb, also auch von den Brüdern, den Geschwistern am Ort, irgendwie mit dem Finger auf ihn zeigend gesagt werden, aber in diesem Punkt muss man ihn tadeln. In jenem Punkt ist er eigentlich nicht in einem Lebensweg unterwegs, den man als gut, als positiv, als vorbildlich bezeichnen kann. Er muss untadelig sein. Das ist schon eine weitreichende Bedingung. Es geht hier nicht darum, dass so jemand vollkommen sein muss, (00:02:04) denn dann gäbe es überhaupt keinen einzigen Ältesten, keinen einzigen Aufseher. Aber man darf nicht von außen gleich sagen, schau mal in diesem Bereich, da handelt er nicht nach Gottes Wort. In jenem Bereich auch nicht. Also erstens untadelig. Man darf ihn nicht überführen, dass er in diesem oder jenem Bereich eben im Widerspruch zu Gottes Wort handelt oder spricht. Dann ist der zweite Punkt "er muss der Mann einer Frau sein". In der damaligen Zeit war es ja so, dass die Gläubigen aus dem Heidentum zum Glauben gekommen sind. Und im Heidentum war es erlaubt, wie das in manchen Gegenden auch der Welt heute noch so ist, dass ein Mann mehrere Frauen haben durfte. Und hier wird deutlich, so jemand konnte zum Glauben kommen, so jemand hatte auch das Anrecht am Brotbrechen, an dem Gedächtnismahl teilzunehmen. Aber einen örtlichen Ältestendienst konnte so jemand nicht ausführen, wenn er mehrere Frauen hatte. Also es geht hier absolut nicht darum, dass einer als Gläubiger (00:03:03) sich dann mehrere Frauen nimmt, sondern dass jemand eben durch die Situation, aus der er gekommen ist, noch mehrere Frauen hatte. Insofern ist das in Deutschland natürlich überhaupt kein Thema heute. Aber es zeigt, dass der Ältestendienst, der Aufseherdienst nur dann zum Segen ausgeführt werden konnte, nach Gottes Gedanken, wenn man in familiären Verhältnissen lebte, die nach Gottes Wort waren. Dass eben jemand nicht deshalb auf ihn zeigen konnte und sagen, ja der hat es ja einfach, der sagt uns hier, dass man in Hurerei lebt, wenn man mehrere Frauen hat und er selbst kann das tun, weil er das aus der Vergangenheit tat. Da wäre überhaupt keine geistlich-moralische Autorität existent gewesen. Er muss der Mann einer Frau sein. Das hat aber noch eine zweite Bewandtnis, dieser zweite Punkt in der Liste, nämlich, dass ein Aufseher ein Ältester verheiratet sein muss. Es ist nicht denkbar, dass ein Unverheirateter einen solchen Dienst tut. Warum nicht? Weil es (00:04:04) bei dem Aufseherdienst um administrative Aufgaben, da geht es um Autorität in verwaltenden Fragen geht und dazu ist es nötig, dass man auch in seinem persönlichen, in dem familiären Leben, das ist sozusagen die kleinste Keimzelle, wo man Verantwortung, Autorität im menschlichen miteinander haben kann und hat, da muss man sich bewähren. Und da kann man sich nur bewähren, wenn man eben auch verheiratet ist und wir sehen gleich auch Kinder hat. Das heißt, Gott setzt voraus in der Tat für einen Ältestendienst nach der Schrift, dass man verheiratet ist. Nicht nur, dass man Mann einer Frau ist, sondern dass man Mann einer Frau ist. Also beides gehört zusammen. Ohne dass man diese Ehe hat und damit auch Übungen, Herausforderungen kennt, die in einer Ehe eben hervorkommen, ist es nicht möglich, einen Ältestendienst zu tun. Ich komme (00:05:01) in einem späteren Podcast noch einmal auf die Frage, was Brüderstunde betrifft, zurück, weil diese Frage natürlich da auch eine Rolle spielt. Aber jetzt sind wir einfach mal enger am Text und schauen uns an, was es für Voraussetzungen, für Bedingungen gibt für einen Ältestendienst. Der dritte Punkt ist, dass er nüchtern sein muss. Es darf also niemand sein, der durch Gefühle geprägt ist, der als Merkmal hat, dass er gefühlsorientiert entscheidet und spricht und handelt. Das heißt ja absolut nicht, dass so jemand gefühllos sein sollte, unbedingt nicht. Ein Mensch ohne Gefühle ist ja letztlich gar kein Mensch, weil ein Mensch Gefühle hat und wenn er diese Gefühle nicht ausdrücken kann, dann gibt es ein Problem. Aber hier geht es darum, dass in Fragen, die manchmal schwierig sind in einer örtlichen Versammlung, wo Dinge zu entscheiden sind, dass man sie in nüchterner Weise beurteilt und eben nicht auf eine Art und Weise, die eben gefühlsbetont, gefühlsorientiert ist. Wir denken an einen solchen Vers wie den in (00:06:07) Epheser 5, wo der Apostel Paulus den Gläubigen in Ephesus schreibt: "Berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geist erfüllt, reden zueinander" und so weiter. Da ist es der Alkohol, aber heute ist es nicht nur Alkohol, es sind auch andere Einflüsse, die dazu führen, dass man eben gefühlsbetont ist und dass man ein Seelenmensch ist, wie man das heute sagt. Und so jemand kann keinen Ältestendienst tun, er muss nüchtern sein, er muss in der Lage sein, Dinge nüchtern zu beurteilen. Dann heißt es viertens, er muss besonnen sein, ein eigentlich ähnlicher Gedanke, der aber hier verbunden wird mit einem gesunden Sinn, wie man das auch übersetzen könnte. Es sind solche, die eine gesunde Orientierung haben, eine gesunde Beurteilung haben. Das heißt ausgewogen, das ist nicht extrem, das ist nicht einseitig, sondern eben besonnen. (00:07:08) Dann heißt es fünftens bescheiden. Das müssen solche sein, die in ihrem Auftreten bescheiden, zurückhaltend, anständig, ehrbar sind. Das konnte Timotheus beurteilen. Das macht deutlich, dass wir das auch heute beurteilen können. Wenn jemand aufschneidend ist, wenn jemand sehr viel von sich selbst redet, wenn jemand sich selbst in den Mittelpunkt stellt, das ist jemand, der für einen solchen Ältestendienst nicht geeignet ist. Wenn jemand hinter sich selbst herzieht. Das ist ganz interessant, wenn man heute, mal abgesehen davon, dass es an sich unbiblisch ist, von Gemeindegründung spricht. Dann sind das oft so charismatische Menschen, die selber im Mittelpunkt stehen, die selber vorgeben, was zu tun ist. Und da sieht man, das ist oft das Gegenteil von Bescheidenheit und damit disqualifizieren sie sich für einen solchen Ältestendienst. Dann (00:08:05) müssen sie sechstens gastfrei sein. Gastfrei sein heißt, dass sie die Geschwister und auch Fremde einladen, dass ihr Haus offen ist. Das können sie natürlich gar nicht alleine tun. Dafür brauchen sie einen Ehepartner, brauchen sie jemanden, der diese Gastfreiheit hat. Das zeigt noch einmal, wie wichtig es ist, verheiratet zu sein, eine Familie zu haben. Gastfrei, ein offenes Haus. Jemand, der andere auch Einblick tun lässt, wahrnehmen lässt, in die eigene häusliche Situation, in die eigene familiäre Situation. Dadurch kann man sehen, nicht nur in den Zusammenkünften, wie jemand ist, wie jemand sich verhält, wie jemand sich seiner Familie gegenüber verhält, aber eben auch freigebig. Es geht in dem Ältestendienst ja auch um die, in Verbindung oftmals mit dem Diakonendienst, materiellen Dienst, darum, Dinge auch im materiellen (00:09:02) Bereich zu entscheiden. Und da muss man freigebig sein und nicht eben habsüchtig, nicht die Dinge für sich haben zu wollen. Gastfrei, eben ein Herz für andere zu haben. Wie soll ich sonst einen Ältestendienst tun können, wenn ich nicht ein Herz für andere habe? Siebtens, sollen sie lehrfähig sein. Hier steht nicht, dass sie Lehrer sein sollen. Das müssen keine Brüder sein, die eine Lehrgabe haben, aber sie müssen in der Lage sein, die Dinge zu erklären in einem persönlichen Gespräch. Sie müssen zu Hause sein in der Lehre. Das sind keine, die nur über Praxis, die nur über persönliche Erfahrungen reden, sondern das sind solche Brüder, die in der Lage sind, das Wort Gottes auf den Fall anzuwenden. Aus dem Wort Gottes die Lehrprinzipien heraus zu lesen und auch weitergeben zu können. Eben wie gesagt, es muss nicht ein Lehrer sein, aber lehrfähig, der in einem einzelnen Punkt eben diese Dinge vorstellen kann. Achtens, nicht dem Wein ergeben, (00:10:05) wir würden heute sagen, nicht dem Alkohol ergeben. Da steht nicht, dass er nicht ein Glas Wein trinken darf oder ein Glas Bier trinken darf, aber er darf nicht dem ergeben sein. Er darf nicht bekannt sein als jemand, der einen lockeren Mund, eine lockere Zunge hat, weil er eben Alkohol trinkt, weil er eigentlich nur dann in Form kommt, wenn auch ein Glas Alkohol dabei ist. Dann heißt es neuntens, kein Schläger. Das war damals offenbar eben aus dem Heidentum bekannt, dass man da eben auch mit den Fäusten gehandelt hat, dass man sich eben nicht beherrscht hat, dass man keine Selbstbeherrschung hatte. Und das ist eine absolute Voraussetzung für uns. Schläger zu sein ist nicht nur mit den Fäusten, das ist natürlich in manchen südlichen Ländern ist das tatsächlich so, wo man seine Emotionen nicht im Griff hat und wo man dann auf einmal auch handgreiflich wird. Aber man kann auch handgreiflich werden mit der Zunge. Kein Schläger heißt auch, dass man nicht in einer (00:11:05) übermäßig scharfen oder einer lockeren Weise gegen andere austeilt, dass man nicht jemand ist, der unter dem Tisch sozusagen jemandem vors Schienbein tritt, aber eben jetzt nicht mit den biologischen Füßen, sondern mit dem Mund, der jemandem über den Mund fährt, der jemand nicht ausreden lässt, der immer das letzte Wort haben muss. Kein Schläger, sondern zehntens milde. Es geht eben darum, dass man nicht ein überaus scharfes Urteil zu allen Dingen hat, dann ist man disqualifiziert als ein Ältester. Es geht nicht darum, dass man oder man darf eben nicht jemand sein, der mit eigenen Maßstäben die anderen misst, nach den eigenen Vorstellungen, nach dem, was man meint, selber zu sein, sondern es muss nach Gottes Wort gehen und nach dem Vorbild des Herrn Jesus. Wie milde hat er seine Jünger beurteilt? Das heißt nicht, dass er sie nicht getadelt hätte, das hat er öfter getan, aber doch in einer erstaunlich milden Art und Weise. Es muss (00:12:07) jemand sein, der nicht streitsüchtig ist. Es gibt ja Menschen, da weiß man, wenn man hinter ihnen herläuft, dann kommt man in einen Streit rein. Wo immer sie sind, da ist Streit. Nicht streitsüchtig. Sie sollen solche sein, Älteste, die dem Streit möglichst aus dem Weg gehen, nicht indem sie sich dann auf und davon machen, sondern indem sie schlichten, indem sie dadurch geprägt sind, dass sie Frieden in eine Unterhaltung hineinbringen und nicht eine Auseinandersetzung, eine Verschärfung der Situation herbeiführen. Zwölftens, nicht geldliebend. Es sollen keine sein, die die Gottseligkeit als ein Mittel benutzen, um daran zu verdienen, wie das später als ein Mittel zum Gewinn in 1. Timotheus 6 Vers 5 bezeichnet wird, sondern sie sollen solche sein, denen es nicht auf das Geld ankommt, denen nicht ein Augenmerk auf das Geld, wo es was zu gewinnen, (00:13:03) mitzunehmen gibt, haben, sondern dass sie wirklich solche sind, die im materiellen Bereich kein Herz offenlegen. Dann heißt es 13. "der dem eigenen Haus wohl vorsteht". Das heißt der Familie, der ein Familienvater ist. Da sehen wir, es reicht nicht verheiratet zu sein, um Ältester zu sein, sondern man muss auch eine Familie haben. Man muss Kinder haben. Jetzt kann man sagen, aber was ist denn mit Brüdern, die keine Kinder haben? Es gibt so viele Aufgaben im Reich Gottes. Warum konzentrieren wir uns nur auf die Aufgabe des Ältesten? Das brauchen wir nicht, das sollen wir auch nicht. Dafür ist jemand, der keine Kinder hat, nicht geeignet. Warum nicht? Weil er bestimmte Herausforderungen, bestimmte Übungen nicht kennt, die es in einer Familie gibt. Wenn ein Kind mal nicht spurt, wenn mal ein Kind auf eine falsche Fährte kommt und gerade das ist wichtig für den örtlichen Ältestendienst, wo man es auch mit diesen Fragen zu tun hat und wo man im kleinen (00:14:06) Bereich der Familie eben dadurch eine Lebenspraxis hat, Übungen bekommen hat, um mit solchen Fragen umzugehen. Und es muss eben jemand sein, der dem Haus wohl vorsteht, wo man nicht den Eindruck hat, da geht alles drunter und drüber in diesem Haus. Da gibt es eigentlich gar keine Autorität. Da hat der Vater, der Mann nicht das Sagen, sondern da macht jeder, was er will. So jemand ist eben, wenn das eben negativ wäre, nicht geeignet. Lasst uns nicht übersehen, dass das Merkmale sind, die es auch heute gilt. Wir haben heute keine amtlichen Ältesten mehr, wie wir gesehen haben, aber diese Merkmale müssen erfüllt sein. Wenn jemand einen Ältestendienst tut und ich sage noch mal, wir kommen im Blick auf die Brüderstunde noch einmal auf diese Frage zurück, der seine Kinder in Unterwürfigkeit hält mit allem würdigen Ernst. Das ist, kann man zu diesem 13. oder kann man als 14. Punkt dann nehmen, der eben seine Kinder wirklich so hält, dass sie sich unterordnen, (00:15:03) unterordnen müssen, dass sie das auch tun, dass sie seine Autorität auch akzeptieren. Denn es ist bei Ältestendienst, ist Autorität damit verbunden. Und wie soll ich Autorität am Ort ausüben, wenn ich das in einem kleineren Bereich zu Hause nicht kann. Ich kann doch nicht, es gibt ja solche Personen, die wir aus dem beruflichen Bereich kennen, wo man sagt, sie sind zu Hause, sind das eben solche, die nichts zu sagen haben und die das deshalb in den Beruf tun wollen. Und das gibt es in der Versammlung Gottes nicht. Wenn man zu Hause nicht Autorität ist, dann kann man das in der Versammlung Gottes auch nicht sein, geistlich und moralisch. Das heißt, er muss bekannt sein als jemand nicht, der seine Kinder bekehrt. Das können wir nicht. Wir sollen auch nicht unsere Kinder drangsalieren oder sozusagen, dass sie den Mund nicht mehr auftun dürfen. Das sollen sie. Sie sollen zu einem selbstständigen Leben mit dem Herrn Jesus, auch mit festen Überzeugungen auf dem Wort Gottes basierend, dazu sollen sie geführt werden. Aber er hat seine Kinder in Unterordnung, (00:16:02) in Unterwürfigkeit, mit allem würdigen Ernst. Man hat den Eindruck bei ihm und auch bei den Kindern, dass sie in Gottesfurcht, dass sie das Leben in einer feierlichen, würdigen Art und Weise mit Ernst sehen und betrachten. Damit lassen wir es für diesen Podcast bewenden und machen beim nächsten Mal an dieser Stelle weiter und fügen dann auch noch die Bedingungen, die in Titus 1 zusätzlich genannt werden, mit hinzu.