Man ist nicht "erst" Hirte, wenn man eine besondere Gnadengabe dafür geschenkt bekommen hat. Es gibt so viele verschiedene Beziehungen, in denen wir stehen, in denen wir mit einem Hirtenherz zum Segen tätig werden können. Ja sollten ...
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In einem ersten Schritt bei der Beschäftigung mit Hirtendienst geht es uns um einen persönlichen
Hirtendienst.
Also da, wo es nicht um eine Gabe geht, der verherrlichte Christus hat der Versammlung Gaben
gegeben, Hirten und Lehrer zum Beispiel, Evangelisten.
Und das ist eine ganz besondere Gabe.
Aber an dieser Stelle möchte ich gerne dieses Thema für uns alle aufgreifen.
Da, wo sich niemand ausschließen muss und auch niemand ausschließen darf, sondern wo
der Geist Gottes uns deutlich macht, dass wir alle eine hirtenmäßige Aufgabe aneinander
und auch füreinander haben.
Und ich beginne einmal mit 1.
Petrus 4, wo wir in Vers 8 lesen: "Vor allem habt untereinander eine inbrünstige Liebe,
denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden".
Eine Liebe sollen wir miteinander, füreinander, untereinander haben.
Ich nenne diesen Hirtendienst Liebesaktivität.
Damit können wir Seelen segnen, damit können wir Seelen ermutigen, damit können wir Seelen (00:01:01)
auch helfen, die in einer schwierigen Situation sind, indem wir sie lieben.
Liebe ist ein abstrakter Begriff, aber immer konkret in den Auswirkungen, immer konkret
in den Taten.
Und die Frage ist, sind wir solche, die wirklich von Herzen lieben, die dem anderen wohlwollend
gegenüberstehen, die dem anderen das Gute tun wollen, die füreinander da sind.
Das ist Liebe.
Und das ist der erste Punkt, den wir bei einem guten Miteinander, bei einem segensreichen
Miteinander, bei einem Hirtendienst füreinander verwirklichen sollen.
Wir brauchen also nicht nach großen Dingen Ausschau zu halten, zu streben, sondern es
geht ganz um den schlichten Alltag, in dem wir miteinander stehen, wo wir füreinander
zur Verfügung stehen dürfen.
Zweiter Punkt ist Epheser 4 Vers 32: "Seid aber zueinander gütig, mitleidend, einander
vergebend, wie auch Gott in Christus euch vergeben hat".
Die Vergebungshaltung im Miteinander ist ein wunderbarer Hirtendienst. (00:02:01)
Hat der Herr Jesus nicht dieser große, dieser gute Hirte auf der Erde den Jüngern immer
wieder vergeben?
Das ist wirklich zur Ermutigung, dass ich da jemanden neben mir habe, vor mir habe,
der bereit ist zu vergeben, auch wenn ich versagt habe, auch wenn ich etwas Falsches
getan habe.
Also eine wunderbare Tätigkeit, der wir nacheifern sollen.
Nicht nur Liebe zu erweisen, sondern auch, wenn etwas Schlechtes mir gegenüber geschehen
ist von einem Bruder, einer Schwester, dann von Herzen zu vergeben.
Drittens nehme ich Römer 12 Vers 10: "In der Bruderliebe seid herzlich zueinander" - dieses
Thema hatten wir - "in Ehrerbietung geht einer dem anderen voran".
Sind wir solche, die dem anderen ehrerbietend gegenübertreten, die ihm die Ehre geben,
die ihn wertschätzen, dass er eine Wertschätzung von meiner Seite aus empfindet, oder gehen
wir achtlos aneinander vorbei.
Da sollen wir, wo es sonst darum geht, dem anderen den Vortritt zu lassen, an diesem
Punkt sollen wir vorangehen, sollen wir solche sein, die ganz besonders aktiv sind, einander (00:03:05)
die Ehre gebend, einander ehrend.
Dann gehe ich weiter zu Jakobus 5.
In Jakobus 5 haben wir einen besonderen Zusammenhang, da geht es um Krankheit und dann auch die
Frage von Sünde und dann heißt es in Vers 16: "Bekennt nun einander die Sünden und betet
füreinander, damit ihr geheilt werdet.
Das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel".
Füreinander beten, für den Einzelnen beten, das ist Hirtendienst.
Hirtendienst fängt nicht in der Öffentlichkeit an, Hirtendienst fängt auch nicht außerhalb
meines Hauses an, sondern Hirtendienst fängt auf meinen Knien an.
Da ist die Frage, sind wir solche, die von Herzen füreinander beten?
Hier geht es um Krankheit, aber es gibt so viele Nöte, so viele Herausforderungen, so
viele Verantwortlichkeiten in dem Leben eines jeden.
Sind wir wirklich solche, die von Herzen füreinander beten?
Das ist Hirtendienst im besten Sinn.
Dann gehen wir fünftens zu Philipper 2, wo der Apostel sagt in Vers 2: "So erfüllt (00:04:03)
meine Freude, daß ihr gleichgesinnt seid, dieselbe Liebe habend, einmütig, eines Sinnes,
nicht aus Streitsucht oder eitlem Ruhm tun, sondern in der Demut einer den anderen höher
achtend als sich selbst".
Sind wir solche, die füreinander zur Gleichgesinnung tätig sind, die das Eine, das Gute wollen,
die ein Miteinander wollen, die diese einerlei Gesinntheit, diese Gleichgesinntheit wirklich
suchen, dasselbe zu denken?
Dafür dürfen wir einander eine Hilfe sein, dass wir wirklich die Gesinnung des Herrn
Jesus haben, der uns dann ab Vers 5 auch vorgestellt wird in dieser wunderbaren Haltung der Demut.
Dafür kannst du tätig sein, dafür kannst du mit Worten, mit Gebet natürlich, mit Ermutigungen,
vielleicht auch mal mit Ermahnungen tätig werden und das brauchen wir.
Deshalb nehme ich als nächstes auch 1. Thessalonicher 5 Vers 11, wo der Apostel sagt: "Deshalb ermuntert
einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut". (00:05:03)
Da geht es um den Zusammenhang, wenn es darum geht, dass Kriege da sind, dass Nöte da sind,
dass wir Söhne des Tages sein sollen, mitten einer Nacht, dass wir das Licht scheinen lassen
sollen.
Aber es geht hier an diesem Vers besonders darum, dass wir einander erbauen, einander
ermuntern, einander ermahnen, einander trösten.
Sind wir solche, die diese Haltung haben?
Ich möchte den anderen erbauen, ich möchte ihm zum Segen sein, ich möchte, dass er weiter
aufgebaut wird auf dem Glauben, dass da ein gutes Fundament ist.
Sind wir solche, die ihn ermuntern, damit er weiter vorangeht im Glaubensleben?
Sind wir solche, die ermahnen auch, wo ein stärkeres Wort auch nötig ist, jetzt nicht
ein scharfes Wort, aber doch ermahnend, auch tröstend, da wo Trost notwendig ist?
Ja, und dann kann es schon mal sein, dass da Lasten zu tragen sind.
Wer wird Lastenträger füreinander?
Galater 6 Vers 2: "Einer trage des anderen Lasten und so erfüllt das Gesetz des Christus". (00:06:05)
Es sind so viele Lasten heute zu tragen.
Sind wir solche, die mittragen?
Und hier geht es in Galater 6 sogar um einen Fehltritt, also um Sünde.
Sind wir solche, die wirklich die Lasten des anderen bereit sind, mit auf uns zu nehmen,
selbst wenn er durch eigenes Verschulden in eine schwierige Situation gekommen ist?
Natürlich geht es hier nicht um jemanden, der nach 1. Korinther 5 in einem sündigen
Zustand ist, sagen wir durch Hurerei, durch Götzendienst, durch Habsucht und so weiter,
sondern hier geht es darum, dass jemand einen Fehltritt getan hat und dann zu helfen, aber
auch ganz allgemein Lasten mitzutragen, Nöte mitzutragen, mitzubeten, Zeit mit jemandem
zu verbringen.
Das ist ein wunderbarer Hirtendienst, den wir alle nötig haben.
Dann denke ich an Hebräer 10 Vers 24 und 25, da lernen wir: "Lasst uns aufeinander
acht haben zur Anreizung, zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unser Zusammenkommen
nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern und das umso (00:07:05)
mehr, je mehr ihr den Tag näher kommen seht".
Hier gab es solche, die in Gefahr standen, die Zusammenkünfte der Gläubigen ganz aufzugeben.
Und Paulus, oder der Schreiber des Hebräerbriefes, möchte das nicht.
Er ermutigt, er ermahnt, dass man doch dabei bleibt.
Und dafür dürfen wir einander anreizen zur Liebe und zu guten Werken, dass wir einander
eine Hilfe sind, wenn wir merken, dass jemand die Zusammenkünfte anfängt zu versäumen,
dass wir das nicht einfach stehen lassen, nicht, dass wir wie Detektive hintereinander,
hinter dem anderen her telefonieren, aber doch, dass wir ein Herz dafür haben, dass
wir anreizen zu guten Werken, dass wir wirklich erstmal dafür beten und dann in der rechten
Art und Weise ermutigen, ermuntern, ermahnen, gerade im Blick auf die Zusammenkünfte, die
brauchen wir.
Wir brauchen diese gegenseitige Ermutigung in den Zusammenkünften, auch das Wort Gottes,
auch dieses Gedächtnismahl ganz besonders, wo wir an den Herrn Jesus denken, auch die
gemeinsamen Gebetsstunden, wo wir sozusagen das Atmen der Seele der örtlichen Versammlung (00:08:05)
miterleben dürfen und auch da mit beitragen dürfen.
Dann wir sind solche, die in guter Weise ein Auge haben für solche, die am Rand stehen,
damit sie die Zusammenkünfte nicht aufgeben.
Und dann neuntens und abschließend zu diesem Thema in diesem Podcast, Epheser 4 Vers 2
und 3: "... dass wir mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander ertragend in Liebe uns
befleißigen, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Band des Friedens".
Sind wir solche, die einander ertragen?
Hier geht es nicht um Sünde ertragen, hier geht es nicht um Böses ertragen, aber wir
sind unterschiedlich, mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften und das ist eckig,
das ist kantig, das ist manchmal herausfordernd.
Sind wir solche, die von Herzen ertragen können, aber dabei nicht vergessen, dass das alles
diesem Ziel dient, die Einheit des Geistes im Band des Friedens zu bewahren.
Dass Gott möchte, dass wir auch gemeinschaftlich am Ort und überörtlich in dem Miteinander (00:09:01)
der Örtlichen zusammenkommen, in Übereinstimmung mit der Einheit, die der Geist Gottes zu jeder
Zeit hier auf dieser Erde bewirkt, unser Leben gehen.
Dass wir eben nicht Trennung und Spaltung und ein Gegeneinander und ein Aufgeben der
Einheit irgendwie akzeptieren, dass wir dem nicht irgendwie ein Ja geben, sondern dass
wir in Übereinstimmung mit dem, wie der Geist Gottes wirkt, in der Trennung vom Bösen,
in der Hinwendung zu dieser Einheit, dass wir diesen Gedanken, diese Verpflichtung,
auch diesen Grundsatz des Wortes Gottes im Blick auf die Versammlung Gottes, die eine
Versammlung, die Einheit der Versammlung verwirklichen.
Auch da können wir einander eine Hilfe sein, ohne dass wir eine besondere Gabe haben müssen,
nein, einfach in dem Miteinander dieses Werk tun zur Verherrlichung des Herrn.
Also eine ganze Anzahl, nur Beispiele aus dem Neuen Testament, die uns zeigen, wie wir in
dem persönlichen Leben, in dem persönlichen Miteinander wirklich einen schönen Hirtendienst (00:10:04)
tun können füreinander.
Bist du so jemand, der dem nacheifert?
Das wünscht der Herr und das ist so zum Segen für uns alle.