Christentum / Glaube / Religion | Seelsorge (allgemein) | Do, 3. September 2026

Hirtendienst 5: die Weitergabe des Evangeliums


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(00:00:00) Ein besonders wertvoller Dienst, auch Hittendienst, ist der evangelistische Dienst. Man kann ja nicht sagen, dass es der wertvollste Dienst ist, weil jeder Dienst wertvoll ist und der Dienst, den der Herr dir anvertraut hat, ist wertvoll, weil er von ihm kommt. Doch es ist etwas ganz Besonderes, sich um verlorene Seelen zu kümmern. Wenn es um das Evangelium geht, da muss man unterscheiden. Erstens zwischen der Gabe, die bestimmte und nur wenige Brüder bekommen haben, nämlich die Gabe des Evangelisten, wie das in Epheser 4 Vers 11 heißt, die der Herr Jesus, der verherrlichte Christus, der Versammlung geschenkt hat, oder wie wir es in 2. Timotheus 4 lesen, wo es heißt in Vers 5: "Tu das Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst". Timotheus hatte offensichtlich den Dienst des Evangelisten als eine Gabe anvertraut bekommen, denn natürlich gehe ich auch nicht, um mein Herz operieren zu lassen, zu einem, sagen wir, zu einem Bäcker, der dann den Dienst des Mediziners vollzieht, sondern ich gehe zu einem Mediziner, der das Werk eines Mediziners tut, und so ist das Werk eines Evangelisten (00:01:06) der Dienst dessen, der diese Gabe des Evangeliums, der Verkündigung, anvertraut bekommen hat. Also Timotheus war ein Evangelist und deshalb sollte er dieses Werk, seinen Dienst, auch tun. Aber dann gibt es auf der anderen Seite jeden von uns, jeden, der an den Herrn Jesus glaubt, und der hat die Aufgabe, von dem Herrn Jesus zu zeugen. Das finden wir zum Beispiel in Philipper 2 Vers 15, da schreibt Paulus, dass die Philipper "untadelig und lauter seien, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr scheint wie Lichter in der Welt, darstellend das Wort des Lebens". Das heißt, wir sollen alle als Lichter in der Welt scheinen, wir sollen den Menschen als ein Licht erscheinen, das auf den Herrn Jesus hinweist. So wie es in Israel damals diese Städte gab, sechs Städte insgesamt, wo jemand hinlaufen (00:02:01) konnte, der aus Versehen jemanden totgeschlagen hat, Totschlägerstädte, und die waren, wie man weiß, hell erleuchtet, und solche Lichter dürfen und sollen wir sein für Menschen, die noch verloren sind, um auf den Herrn Jesus und auf die Möglichkeit der Errettung, auf die Notwendigkeit der Errettung hinzuweisen. Was ist unsere Botschaft? Unsere Botschaft ist nach 1. Korinther 15 Vers 3 und 4: "Ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften, und dass er begraben wurde, und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften". Also wir verkündigen Ihnen, dass der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha für unsere Sünden gestorben ist, und dass er dafür sterben musste, dass er deshalb begraben wurde, man hat einen Toten begraben, aber er ist auferstanden, und diese Auferstehung macht deutlich, dass Gott sein Werk angenommen hat, er ist unserer Rechtfertigungswillen auferweckt worden. Das heißt, dadurch, dass er auferweckt worden ist, wissen wir, dass alle unsere Schuld im Grab ist für denjenigen, der an den Herrn Jesus glaubt, und das verkündigen wir den (00:03:05) Menschen. Wir zeigen Ihnen, dass es Heil nur in dem Herrn Jesus gibt, so wie Petrus das in Apostelgeschichte 4 Vers 11, finden wir das aufgeschrieben, vorstellte: "Dieser ist der Stein, Christus ist der Stein, der von euch, den Juden, den Bauleuten verachtet, der zum Eckstein geworden ist". Ja, der Herr Jesus war der Verachtete hier auf der Erde, aber er hat, als er dort am Kreuz starb, als der Verachtete, als der Verlassene, als der Verspottete, als der Misshandelte, hat er das Erlösungswerk vollbracht, denn er ist zum Eckstein geworden, er ist zu dem Ausgangspunkt geworden des Heils und des Segens für Menschen. "Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen". Ja, es gibt nur die eine Rettungsmöglichkeit in dem Herrn Jesus. Ohne den Herrn Jesus gibt es keine Errettung. Mit ihm und in ihm gibt es ewige Erlösung. Und so finden wir das auch in Apostelgeschichte 17, wo der Apostel in Vers 30 dann sagt, Apostelgeschichte (00:04:06) 17, Vers 30: "Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat". Das heißt, sich zu bekehren, das ist nicht irgendwie eine freiwillige Sache, sondern es ist ein Befehl, eine Aufforderung Gottes, und wer dieser Aufforderung nachkommt, ist gehorsam und zeigt damit, dass er ein neues Leben besitzt, dass Gott ihn wirklich von neuem geboren hat. Wir haben also eine Botschaft und wir haben auch einen Weg, auf dem wir diese Botschaft weitergeben, und das ist die Verkündigung. Wir denken noch einmal an 2. Timotheus 4, wo der Apostel sagt in Vers 2: "Predige das Wort". Wir predigen nicht Erfahrungen, wir predigen nicht Überzeugungen, wir predigen nicht unsere Gedanken, wir predigen nicht Beispiele, sondern wir predigen das Wort Gottes. (00:05:03) So hat es Paulus getan, so hat es Petrus getan, so tun auch wir das heute. Wir predigen das Wort. Das ist also eine öffentliche Verkündigung. Aber wir stellen heute fest, dass immer weniger Menschen zu einer öffentlichen Verkündigung kommen. Natürlich haben wir die Möglichkeit, das aufzuzeichnen, zum Beispiel auf YouTube weiterzugeben, und insofern können wir damit heute wiederum mehr Menschen erreichen als noch vor 10 Jahren. Und trotzdem stellen wir fest, auch solche Verkündigungen werden eher weniger gesehen, angesehen, jedenfalls von Menschen, die ungläubig sind. Und da gibt es nun einen Weg und deshalb Hirtendienst, Evangelium als Hirtendienst, wo wir mit Menschen zusammenstoßen, die persönlich mit uns zu tun haben und wir mit ihnen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, durch Kontakte, wo wir irgendwo sind, wo wir Urlaub machen, wo es auch sein mag, dass man persönliche Kontakte hat. Und da stellen wir fest, wenn man ein Hirtenherz hat, wenn man ein Herz hat, das zuhört, das die Augen aufmacht, das mitempfindet mit Nöten von Menschen, dann haben wir eine Möglichkeit, (00:06:06) wirklich diesen Menschen die gute Botschaft weiterzugeben. Das heißt, wenn wir erkennen, dass es ein persönliches Problem in dem Leben eines Menschen gibt und dazu muss man eben bereit sein zuzuhören, dazu muss man wie ein Hirte bereit sein, die Augen aufzumachen, dann muss man ein Herz voller Liebe haben für die vielleicht äußeren Nöte, für besondere Umstände, in denen jemand ist. Vielleicht hat er ein Kind mit einer Behinderung, vielleicht hat er eine Not im gesundheitlichen Bereich, vielleicht hat er eine Not im familiären Bereich, vielleicht hat er eine Not am Arbeitsplatz. Und wenn wir da ein offenes Auge, ein offenes Herz haben, dann können wir da eine Hilfe sein, sodass jemand offen wird, dann auch die gute Botschaft anzunehmen. Und so meine ich, finden wir das auch in dem Neuen Testament. Wenn wir daran denken, wie der Herr Jesus der Frau am Jakobsbrunnen in Johannes 4 begegnet ist. Sie war in einer ständig wechselnden Beziehung, sie hatte viele Männer gehabt, aber sie suchte (00:07:02) eigentlich dauerhaft bleibendes Glück und das gab der Herr Jesus ihr, als er dann von dem Wasser des Lebens, von diesem Wasser spricht, was sie, wenn sie es einmal trinken würde, eben nicht mehr neu benötigte. Ewiges Leben in der Kraft des Heiligen Geistes. Der Jesus sah diese Not, die diese Frau hatte und er begegnete ihr, weil er ihr zuhörte, weil er sich Zeit nahm dort an dem Jakobsbrunnen. Das heißt, im evangelistischen Dienst braucht man auch Zeit. Man muss sich Zeit nehmen für die Leute und darf nicht meinen, man kann das so in einem Schnellverfahren abfertigen, einfach mal einen Flyer weitergeben und dann ist schon alles gut. Natürlich dürfen wir Flyer weitergeben, auch an viele Menschen, aber gerade wenn ein Mensch eine Not von sich offenbart, sind wir in der Lage, auch auf diese Not einzugehen. Wir denken an das, was der Herr Jesus sagt, wie es in Matthäus 11 Vers 28 wiedergegeben wird: "Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben". Wir denken daran, dass es belastete Menschen um uns herum gibt. (00:08:01) Sie alle haben eine Last und wenn es die Sündenlast ist, die sie mit sich herumschleppen und da bedarf es solcher, die Lastenträger sind, Galater 6 Vers 2, die ihre Lasten tragen und so diese Unruhe, die diese Menschen haben, diese Belastungen ihnen wegnehmen können. Natürlich kann das letztlich nur der Herr Jesus, aber wenn wir empfinden, da ist eine Last, dann können wir ihnen mithelfen, diese Last zu tragen und wenn wir Lastenträger werden in äußerer Hinsicht, dann können sie auch ihr Herz öffnen für die Last, die auf ihrem Gewissen liegt. Wir denken an Lukas 19, da finden wir Zachäus, wie er auf den Baum steigt und wie er ein Suchen hat und der Jesus ist da, er sieht diesen Menschen. Er geht nicht achtlos daran vorbei, er sieht, dass da ein Mensch in dem Baum steckt, um ihn zu sehen, um von ihm etwas zu bekommen. Dieser Mann sagt dann in Vers 8: "Die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen und wenn ich von jemand etwas durch falsche Anklage genommen habe, erstatte ich es vierfach". (00:09:03) Offensichtlich war das ein Mensch, der etwas tun wollte, der etwas tun wollte für den Herrn Jesus und der Herr Jesus nimmt das auf, um ihm dann eben gerade zu zeigen, du kannst nichts tun, du kannst nur das Heil, das diesem Haus widerfahren ist, einfach annehmen, ohne eine Leistung, ohne eine Dienstleistung zu bringen und das ist eben das, was der Herr Jesus uns hier zeigt. Wir denken auch an den Gelähmten Markus 2, der von seinen vier Freunden oder vier Bekannten zu dem Herrn Jesus getragen wird. Das muss ja eine echte Not sein, gelähmt zu sein und der Herr Jesus nimmt das zum Anlass, ihm zu zeigen, dass er "sündengelähmt" ist und dass er Sündenvergebung nötig hat. Wir denken auch an den Apostel Paulus, in Apostelgeschichte 16 empfinden wir, wie dieser Gefängnischef dort Suizid begehen möchte, Apostelgeschichte 16 Vers 27: "Der Kerkermeister ist aus dem Schlaf erwacht, nachdem die Türen des Gefängnisses geöffnet waren, zog das Schwert und wollte sich umbringen, da er meinte, die Gefangenen wären geflohen". (00:10:03) Er hatte Angst vor Vergeltung und der Herr Jesus kann ihm deutlich machen, dass er eine viel größere Angst vorhanden ist, dass es einen gibt, der ihm wegen der Sündenschuld Vergeltung gibt und kann ihm das Evangelium verkündigen. Oder wir denken an den Gelähmten an der Pforte in Apostelgeschichte 3, zu dem Petrus kommt, das ist ein Bettler dort, der Geld haben möchte und Petrus zeigt ihm, dass es in Christus wahren Gewinn gibt, nicht nur für einen Augenblick, um sich Brot oder Getränke kaufen zu können, sondern um wirklich wahren Gewinn zu bekommen. Das sind nur so ein paar Beispiele, die zeigen, wenn wir in die Nöte der Menschen hineingehen, wenn wir ein Ohr haben, wenn wir ihre wahre Not nicht kennen, können wir ihnen nicht helfen. Aber wenn wir ihre wahre Not kennen, dann können wir, auch wenn sie selbst diese wahre Not nicht kennen, aber können wir über den Weg, dass wir ihnen eine Hilfe geben können, (00:11:03) dass wir zuhören, dass wir zusehen, dass wir mitempfinden mit ihren Lebensumständen, können wir ihnen eine Hilfe sein. Nicht, dass wir empfinden können, einfach so, was ihre Not ist, weil wir besonders sensibel sind oder sowas. Das ist ja letztlich okkult, wenn man meint, einfach durch eine besondere Beschaffenheit, dass man die Schuld oder die Not oder das Problem eines Menschen einfach mal so empfinden kann. Das geht nicht. Und wenn wir mit Menschen ins Gespräch kommen, dann können wir in der Tat, dann können wir erkennen, was ihre Nöte sind, ihnen dabei eine Hilfe sein und sie öffnen sich dann auch für das Evangelium. Das Evangelium oder die Verkündigung des Evangeliums im persönlichen Bereich ist heute tatsächlich in vielfacher Hinsicht wie ein Hirtendienst. Und wenn wir nicht Redende sind, sondern Zuhörende sind, wenn wir nicht Handelnde, sondern Zusehende sind, wenn wir nicht ihnen etwas aufdrängen, sondern wenn wir ein Mitempfinden zeigen und eine Mithilfe für ihre Nöte, dann können wir in der Tat einen Hirtendienst tun, der (00:12:05) diese Menschen zu dem ewigen Heil führt. Und das wünsche ich dir, wenn du in diesem evangelistischen Dienst tätig bist, dass du davon lernst, was wir bei dem Herrn Jesus, was wir bei den Aposteln und auch bei anderen Gläubigen im Neuen Testament finden.