Man ist erstaunt, wie viele Voraussetzungen wir im Neuen Testament finden im Blick auf den Ältestendienst. Es muss wichtig sein, was uns der Apostel hier notiert hat!
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(00:00:00)
Wir haben uns in dem letzten Podcast schon mit den ersten 14 Bedingungen, Voraussetzungen
für die Ausübung des Ältestendienstes beschäftigt, wie sie in 1. Timotheus 3 genannt werden.
Wir finden jetzt in Vers 5 noch einmal zusammenfassend zu dem Bereich der Ehe und Familie "Wenn aber
jemand dem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Versammlung Gottes
Sorge tragen?"
Das heißt, diese vorherigen Punkte werden zusammengefasst, dass man als Bruder, als
Ältester, als Aufseher zunächst einmal in dem kleinstmöglichen Bereich, in den man
geistlicherweise gestellt ist, nämlich der Familie, sich bewähren muss und dann kann
man auch für die Versammlung Gottes Sorge tragen, Acht haben.
Denn wenn ich nicht einmal vorzustehen weiß in diesem kleinsten Bereich und wir sehen,
dass Ältestendienst wirklich mit Regieren, mit Vorstehen zu tun hat, wie soll das dann
im Blick auf solche gehen, die ähnliches Alter haben, viel differenzierter sind in
ihren Auffassungen, in ihren Handlungen, als das in einer Familie, die auf direkte Weise (00:01:02)
mit der Autorität des Vaters verbunden ist, geschieht.
Deshalb ist es eben so wichtig, dass man wirklich versteht, ich kann nur einen Ältestendienst
tun, wenn ich mich bewähre in diesem Bereich von Ehe und Familie.
Dann wird als 15.
Punkt genannt in 1.
Timotheus 3, dass es sich nicht um einen Neuling handeln soll, also jemanden, der gerade erst
zum Glauben gekommen ist, jemand, der den Herrn Jesus als Retter angenommen hat oder
wir können heute sagen in der Zeit, wo es leider ja viele, viele verschiedene Wege gibt,
auf denen man gehen kann, auch gemeinschaftlich, viele verschiedene Arten von Zusammenkommen,
wo Gläubige zusammenkommen und da kommt einer jetzt dazu, hat eben erkannt, was die Schrift
sagt über das Zusammenkommen als Versammlung, als Gemeinde, der kommt dazu, dann ist er
eine Art Neuling und das soll niemand sein, der einen solchen Ältestenaufseherdienst
tut.
Warum nicht?
Paulus sagt "damit er nicht aufgebläht ins Gericht des Teufels verfalle oder falle", damit
ist gemeint, dass er sich eben nicht so überhebt, wie der Teufel das getan hat und dadurch das (00:02:06)
Strafurteil Gottes über sich herbeigeführt hat, als er sein wollte wie Gott, der Teufel.
Und das ist die Gefahr, wenn jemand gerade zum Glauben kommt und dann sehr schnell Fortschritte
macht und dann denkt, ja, dann bin ich auch geeignet dafür, einen solchen Ältestendienst
zu tun.
Und da warnt Paulus Timotheus ausdrücklich davor, nein, weil das sehr schnell dazu führt,
dass man sich überhebt, dass man hochmütig wird und dass man dadurch gerade eben versagt
in diesem Bereich.
Ein wichtiger Punkt, der uns auch heute wirklich beschäftigen sollte und prägen sollte, dass
wir niemanden sehr schnell in dieser Weise zu einem solchen Dienst ermutigen.
Man muss sich bewährt haben, selbst wenn man jetzt sich als Erwachsener bekehrt und
schon eine Familie hat. Dann heißt es "er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von
denen, die draußen sind", ist sozusagen die 16.
Bedingung, dass man eben nicht nur in der Familie, in der Versammlung bekannt ist, sondern (00:03:03)
man soll auch von außen, das heißt inmitten der Arbeitskollegen, inmitten der Nachbarschaft,
inmitten der Menschen, mit denen man zu tun hat, muss man ein gutes Zeugnis haben.
Denn wenn ein Ältester versagt oder wenn er in seinem täglichen Leben, in den Dingen
der täglichen Ordnung nicht nach Gottes Gedanken lebt und handelt, dann ist nicht nur die Gefahr
groß, dass andere mit dem Finger auf ihn zeigen, sondern dass damit auch das Zeugnis
der Versammlung insgesamt beschädigt wird.
Und das möchte der Geist Gottes, hier inspiriert er Paulus dazu, ausdrücklich vermeiden.
Dass eben nicht dadurch, dass jemand versagt oder dass man mit dem Finger auf so jemanden
von außen zeigt, dass man dadurch das Zeugnis der Versammlung beschädigt.
Damit er nicht in Schmach und in den Fallstrick des Teufels falle.
Wir haben uns mit diesen Punkten beschäftigt.
Jetzt finden wir, dass in dem Titusbrief, Titus 1, ähnliche Voraussetzungen, ähnliche (00:04:03)
Hinweise gegeben werden.
Aber wir finden dort in den Versen 5 bis 9 ein paar Punkte, die sich noch unterscheiden
von dem, was wir in 1.
Timotheus 3 vor uns haben.
Da wird gesagt, in Vers 7 "ein Aufseher muss untadelig sein als Gottesverwalter".
Das zeigt, dass er ein Bewusstsein haben muss, das werden wir später in dem Petrusbrief
auch noch einmal sehen, dass es nicht sein eigenes Ding ist.
Es geht nicht um sein Haus, es geht nicht um seine Versammlung, es geht nicht um seinen
Bereich, es geht nicht um eine Verwaltung seiner eigenen Dinge, sondern er ist Gottesverwalter.
Das heißt, er übt diese Aufgabe stellvertretend für Gott und auch in Verantwortung vor Gott,
in Abhängigkeit von Gott, als jemand aus, der Gott gegenüber Verantwortung übernehmen
muss und auch Rechenschaft ablegen muss.
Und da soll er nicht eigenmächtig handeln.
Es ist interessant, dass wir feststellen, dass wenn von Ältesten die Rede ist, dass
immer in der Mehrzahl ist.
Das heißt, ein Ältester soll nicht sich selbst Dinge ausdenken, überlegen und dann (00:05:01)
soll er eigenmächtig handeln, sondern er soll das in Gemeinschaft tun mit der Brüderschaft.
Ein wichtiger Punkt, selbst wenn es jemand ist, der besonders begabt ist oder wenn es
jemand ist, der besonders Einsicht hat in die Gedanken Gottes, soll er immer wachsam
sein, dass er nicht in eigenmächtiger Weise tätig ist.
Dann heißt es weiter, er soll nicht zornmütig sein.
Wir haben in 1.
Timotheus 3 gesehen, dass es jemand sein muss, der Älteste, der nicht durch Gefühle charakterisiert
ist, also der beherrscht wird von seinen Gefühlen, von Gefühlsausbrüchen.
Und ganz besonders, wenn jetzt Dinge einmal nicht gut laufen, und das ist ja leider in
der Versammlung Gottes, wie auch in unseren persönlichen Familien oft so, dass da Dinge
nicht so laufen, wie es nach der Schrift ist, wie es nach den Gedanken Gottes ist.
Und da kann man aus der Haut fahren, da kann man auf einmal zornig werden.
Und das soll eben gerade jemand sein, der seine Gefühle, der sich selbst unter Kontrolle
hat, der also dadurch geprägt ist, dass sein Fleisch, das sündige Fleisch, nicht einfach
frei tätig wird, sondern der durch Selbstgericht geprägt ist und durch Milde, wie das in 1. (00:06:06)
Timotheus 3 heißt, gerade nicht dadurch, dass man aus der Haut fährt und zornmütig
wird.
Dann heißt es in Vers 7 am Ende, nicht schändlichem Gewinn nachgehend.
Das heißt, diese Tätigkeit, wir haben ähnlich das beim letzten Mal in Verbindung mit 1.
Timotheus 3 gesehen, dass es nicht jemand sein soll, der die Dinge benutzen möchte,
um, 1.
Timotheus 6, um sich selbst irgendwie zu bereichern an den Gläubigen.
Er soll nicht Gewinn, schändlichem Gewinn nachgehen, auch in dem Sinn, dass er dadurch
natürlich durch Motive geprägt ist in seinem täglichen Leben.
Wenn er schändlichem Gewinn nachgeht, die dann auch in geistlicher Weise seine Urteilsfähigkeit
untergraben und beeinträchtigen.
Er soll, Titus 1 Vers 8, "das Gute lieben".
Es muss jemand sein, der eben nicht sein Herz öffnet für das Böse, sondern er soll das (00:07:03)
Gute, er soll ein eine Wertschätzung, eine Freude an dem Guten haben, soll dem Guten
nachjagen, soll gerade das Gute immer wieder vor Augen haben.
Er soll gerecht sein.
Das heißt, es soll jemand sein, der ein gerechtes Urteil, das heißt in Übereinstimmung mit
den Gedanken Gottes und für uns bedeutet das mit dem Wort Gottes haben.
Er muss also in der Lage sein, gerechte Entscheidungen zu treffen, weil er die richtigen Maßstäbe
dafür hat. Er soll fromm sein, heilig sein.
Das heißt, er soll in seinem Leben ausgerichtet sein auf Gott.
Er soll eine Absonderung hin zu Gott als ein gottseliger, frommer Gläubiger sein.
Er soll enthaltsam sein, das heißt selbstbeherrscht, aber eben auch nicht nach allen möglichen
Konsumgütern gieren, sondern bereit sein, auf Dinge zu verzichten.
Denn das ist nötig, um einen Ältestendienst zu tun.
Man muss auf Zeit verzichten.
Man muss auf Möglichkeiten verzichten, wo man sich zerstreuen kann, wo man auch sich (00:08:04)
entspannen kann, um für die örtliche Versammlung tätig zu sein.
"Anhängend dem zuverlässigen Wort nach der Lehre".
Das heißt, er muss eine Freude haben an dem Wort Gottes.
Nicht nur lehrfähig sein, dass er das erklären kann, sondern er soll dieses Wort als zuverlässige
Quelle für seine Gedanken, für seine Überzeugung, für sein persönliches Leben, für sein
familiäres Leben haben und dem anhangen.
Das muss eine Herzensangelegenheit für ihn sein, damit er mit der gesunden Lehre, also
nicht nur die Lehre als solche vorstellt, sondern dass es in einer gesunden Weise auch
diese Lehre vorstellt, dass er diese Lehre oder diese Belehrung auf dem gesunden Maßstab,
dem gesund machenden Maßstab des Wortes Gottes vollzieht.
Es ist eine Ermahnung, die er in dem Hirtendienst tut, in diesem örtlichen Hirtendienst.
Er muss bereit sein, auch ermahnende Worte zu finden, aber eben in der rechten Gesinnung. (00:09:01)
Sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen, als auch die Widersprechenden zu überführen.
Das heißt, er muss einen gewissen Mut haben, eine gewisse Beständigkeit.
Er muss standfest sein, auch gegen Widersprechende aufzustehen, eben dann nicht sofort den Mund
zu halten, einzuknicken, sondern da stehen zu bleiben, aber auch in der Lage sein, Widersprechenden
anhand von Gottes Wort deutlich zu machen, was Gottes Gedanken im Blick auf diese oder jene Sache
am Ort ist.
Also wenn wir das vor Augen haben, dann meine ich, werden wir einen solchen Dienst in der
rechten Art und Weise auch ausführen.
Dabei wollen wir uns, jetzt bin ich gedanklich in 1.
Petrus 5, auch warnen lassen, dass wir eben diese Dinge nicht aus Zwang tun.
Das soll nicht irgendwie ein Zwang sein, eine Sklaverei.
Ich muss das ja tun, sondern das soll mit Freude geschehen, dass wir für die Gläubigen am
Ort Aufsicht üben.
Wir werden gewarnt, eben nicht nach schändlichem Gewinn Ausschau zu halten. (00:10:02)
Das haben wir in Titus 1 schon gesehen.
Und wir werden gewarnt davor, die Gläubigen und die Versammlungen am Ort als unseren
persönlichen Besitz zu verstehen, die über ihre Besitztümer herrschen.
Das soll eben gerade nicht der Fall sein, als ob das mein Eigentum wäre.
Nein, es ist eine Verwaltung für Gott.
Wir sind Gottes Verwalter, es ist seine Versammlung, es ist die Versammlung des Herrn
Jesus. Und insofern sollen wir diese Aufgabe von ihm delegiert, von ihm an uns übertragen
für eine Zeit ausüben, in dem Bewusstsein, ihm gehört die Herde und wir tun das für
ihn, um ihm die Ehre zu geben, damit die Gläubigen umso mehr für ihn ihr Leben führen.