Wir können einen wertvollen Hirtdendienst an Kinder und Jugendlichen tun, wenn wir uns geistlich um sie kümmern. Wenn wir in der Schrift auch keine Kinder- bzw. Jugendstunde finden, dann doch das Prinzip, sich um jüngere Personen zu kümmern.
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Eltern sind die Hirten der Herzen der Kinder. Wie aber ist es mit einer Kinderstunde, mit
einer Jugendstunde? Ist das nicht auch eine Aufgabe, die wir als Ältere wahrnehmen können
und wahrnehmen sollen? Natürlich darf eine Kinderstunde niemals die Erziehung der Eltern
zu ersetzen suchen und dürfen Eltern nie meinen, ich gebe meinen Kindern eine Kinderstunde
einmal die Woche, fünfmal die Woche oder einmal im Monat und dann wird meine Aufgabe übernommen,
die ich als Vater, als Mutter habe. Nein, sowohl eine Kinderstunde als auch eine Jugendstunde
dürfen ergänzend eingesetzt werden, aber niemals als Ersatz. Nun kann man sich natürlich
fragen, ist das überhaupt biblisch, so etwas zu machen, das Volk Gottes zu unterteilen
in Junge, in Alte, in Kinder, in Jugendliche und dabei wollen wir zunächst einmal festhalten,
dass Gott in der Tat zunächst darauf Wert legt, dass das Volk Gottes ein gemeinsames
Volk Gottes ist, dass es aus Alten und Jungen, aus Frauen, aus Männern, aus Menschen ganz
unterschiedlicher Prägung besteht. Gerade die Unterschiede sozialer und sonstiger Natur (00:01:03)
sind ja in der Versammlung Gottes aufgehoben, da sind wir in Christus und da ist ein Volk
Gottes, das eben aus unterschiedlichen Menschen geformt worden ist, die alle an den Herrn Jesus
glauben. So finden wir im Alten Testament auch immer wieder, dass das Volk Gottes als
Ganzes vorgestellt wird, dass es um ganz Israel geht, dass die Männer Gottes Altäre gebaut
haben mit zwölf Steinen, selbst als schon die Reichsteilung war zwischen Nord- und Südreich
oder das Nordreich schon gar nicht mehr existierte, finden wir in den Nachexilbüchern Esra, Nehemia,
Haggai und so weiter immer wieder, dass Gott deutlich macht, dass er das Volk als Ganzes
sieht, ganz Israel. Und Mose finden wir in 2. Mose 10, dass er eben auch nicht bereit
war, nur mit einem Teil, sagen wir mal mit den Kindern oder mit den Alten oder mit den
Frauen oder mit den Männern hinzuziehen, um Gottesdienst zu bringen, sondern er sagt
zu dem Pharao in 2. Mose 10 Vers 9: "Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir ziehen,
mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern, mit unserem Kleinfieh und mit unseren Rindern (00:02:04)
wollen wir ziehen, denn wir haben ein Fest des HERRN". Das heißt, wir müssen unbedingt
bei jeder Arbeit, die im Hirtendienst geschieht, darauf Wert legen, dass sie geschieht im Blick
auf das gemeinsame Volk Gottes, dass es nie eine Arbeit ist, die von dem Volk Gottes wegzieht,
wegdrängt, sondern im Gegenteil zu den Zusammenkünften führt, zu dem Volk Gottes führt, zu einem
Miteinander und einem Füreinander inmitten des ganzen Volkes Gottes. Und doch finden
wir auch bei dem Herrn Jesus, dass er sich ganz besonders der Kinder angenommen hat.
Wir lesen in Markus 10 Vers 14, dass er sagt: "Lass die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen
nicht, denn solcher ist das Reich Gottes". Und dann lesen wir, dass er sie in die Armen
nahm, die Hände auf sie legte und sie segnete. Also sich ganz besonders mit den Kindern beschäftigt
hat. Das darf uns ermutigen, auch besonders in der Kinderstunde, in der Jugendstunde uns (00:03:01)
diesen jungen Herzen zu widmen, um sie für ein Leben mit dem Herrn Jesus vorzubereiten,
nochmal nicht anstelle der Eltern, sondern in Ergänzung mit den Eltern. Das heißt auch,
dass wir die Erziehung der Eltern immer stehen lassen und immer fördern und niemals gegen
die Erziehung der Eltern vorgehen. Ich rede nicht davon, wenn Böses geschieht im Elternhaus
und so weiter. Aber der Grundsatz bleibt, dass wir die Erziehung in den Elternhäusern
fördern und ergänzen, flankieren durch eine solche Arbeit. Es ist auch interessant, dass
der Herr Jesus seinem Apostel, dem Apostel Petrus, den Auftrag gab in Johannes 21, Vers
15 "weide meine Lämmer" und Vers 16 "hüte meine Schafe", Vers 17 "weide meine Schafe".
Das heißt, der Herr Jesus unterscheidet die Jungtiere von den älteren Tieren. Und so
dürfen auch wir diese Unterscheidung vornehmen, ohne eben die Herde zu trennen. Es kann niemals
richtig sein, nach den Gedanken Gottes, die Jüngeren gegen die Älteren oder die Älteren
gegen die Jüngeren einzusetzen, sondern es ist eine besondere Beschäftigung mit den (00:04:06)
Seelen, mit den Herzen dieser Jüngeren, mit den Seelen der Älteren, um sie dann als Volk
Gottes gemeinsam zur Ehre Gottes dienen zu lassen. In diesem Sinn, dass wir eine besondere
Aufgabe an den Jüngeren haben, dürfen wir auch 5. Mose 6 verstehen. Wenn dort von Kindern
die Rede ist, dann glaube ich nicht, dass damit nur die leiblichen Kinder gemeint sind,
sondern die folgende Generation. Und Gott sagt zunächst mal: "Der Herr, unser Gott", in 5.
Mose 6 Vers 4, "ist ein HERR. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen
Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft". Jeder von uns, auch wir Älteren,
die wir eine Arbeit mit Jüngeren, mit Kindern oder mit Jugendlichen tun, wir müssen zunächst
selber ein Leben mit dem Herrn führen, um dann auch in der Lage zu sein, ihnen eine Hilfe zu
sein. Das heißt, wir müssen Vorbilder der Herde werden. Aber dann heißt es weiter in Vers 7:
"Und du sollst sie, die Worte, die ich dir heute gebiete, die auf deinem Herzen sein sollen,
deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg (00:05:03)
gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst". Das heißt, wir haben eine Aufgabe an
der nachfolgenden Generation, nicht nur Vorbild zu sein, sondern ihnen das einzuschärfen, ihnen
das weiterzugeben. Und das gilt eben nicht nur für unsere eigenen Kinder, sondern wir dürfen das auch
durch das Lesen des Wortes Gottes und das gemeinsame Gebet mit den Kindern, mit den jungen Leuten tun.
Ähnlich finden wir in 2. Mose 12, dass der Auftrag Gottes dort ausgedrückt wird in Vers 26 und 27:
"Und es soll geschehen, wenn eure Kinder zu euch sagen werden, was soll euch dieser Dienst",
nämlich das Passah. "So sollt ihr sagen, es ist ein Passah-Opfer dem HERRN, der an den Häusern der
Kinder Israel in Ägypten vorüberging, als er die Ägypter schlug und unsere Häuser rettete".
Das heißt, wir dürfen unseren Kindern beibringen, was Errettung bedeutet, was das Werk des Herrn
Jesus am Kreuz von Golgatha bedeutet, was gibt es Wertvolleres, als sie bekannt zu machen mit dem,
was der Herr Jesus getan hat, was er dort gelitten hat, wer er ist. Das ist eine wunderbare Aufgabe (00:06:02)
für Kinderstunden und Jugendstunden. Genauso wie in Josua 4 Vers 6, dann gesagt wird, in Vers 5:
"Damit es ein Zeichen unter euch sei, wenn eure Kinder euch fragen und sprechen, was bedeuten euch
diese Steine", nämlich diese Steine, die Josua aus der Mitte des Jordan genommen hat, um sie dann
in Gilgal aufzustellen, "so sollt ihr zu ihnen sagen, weil die Wasser des Jordan vor der Lade
des Bundes des HERRN abgeschnitten wurden, als sie durch den Jordan ging, wurden die Wasser
des Jordan abgeschnitten. Und diese Steine sollen für die Kinder Israels im Gedächtnis sein in
Ewigkeit", also auch für die nachfolgenden Generationen. Wir bringen unseren Kindern nicht
nur bei, was die Bekehrung bedeutet, sondern wir versuchen ihnen auch zu vermitteln, was es bedeutet,
mit Christus gestorben zu sein und mit ihm auferweckt worden zu sein. Das heißt, wir dürfen
sie in die ganze Wahrheit des Wortes Gottes leiten, einführen. Das tut der Heilige Geist, aber er benutzt
Menschen dazu. Er benutzt das Wort Gottes dazu und er benutzt uns dazu, dass wir das einer
nachfolgenden Generation weitergeben. Noch einmal, das sollen wir natürlich zunächst einmal mit unseren (00:07:04)
eigenen Kindern tun, aber dann sollen wir ihnen auch diese Dinge weitergeben, damit sie in ihnen
leben. Denn es kann ganz schnell das Problem hervorkommen, was wir in Richter 2 Vers 10 lesen:
"Und auch jenes ganze Geschlecht der Ältesten wurde zu seinen Vätern versammelt, und ein anderes
Geschlecht kam nach ihnen auf, das den HERRN nicht kannte und auch nicht das Werk, das er für Israel
getan hatte". Wessen Fehler war das denn? Natürlich auch der Fehler, auch das Versagen der nachfolgenden
Generation. Aber es war zunächst einmal das Versagen der älteren Generation, der jüngeren
Generation, diese Dinge vorzustellen und weiterzugeben. Auch in den Zusammenkünften ist es so wichtig,
dass wir uns nicht in erster Linie und nicht nur an solche richten, die einsichtig sind, um sie
weiterzuführen im Wort Gottes, sondern auch an unsere nachfolgenden Generationen, dass sie verstehen,
was für einen Wert die Person des Herrn Jesus, das Werk des Herrn Jesus und alles hat, was mit ihm in
Verbindung steht. Deshalb finden wir auch, dass Gott durch den Sänger Asaph uns mitteilen lässt im (00:08:04)
Psalm 78 Vers 3: "Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, wollen wir ihren
Söhnen nicht verhehlen, sondern dem künftigen Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Stärke
und seine Wunderwerke, die er getan hat, erzählen". Wie reden wir über Gott? Haben wir kritische
Bemerkungen über ihn, über seine Führung weiterzugeben oder sind wir solche, die ihn groß
machen, die seine Größe vorstellen, wie er uns zur Bekehrung geführt hat, wie er uns geholfen hat in
unserem Glaubensleben, wie er für uns da ist. "Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein
Gesetz gestellt in Israel, die er unseren Vätern geboten hat, damit sie sie ihren Söhnen mitteilen,
damit das künftige Geschlecht sie kennt, die Söhne, die geboren werden und sie aufständen und sie
ihren Söhnen erzählten und auf Gott ihr Vertrauen setzen und die Taten Gottes nicht vergessen und
seine Gebote bewahrten". Also wir haben wirklich diese wunderbare Aufgabe, das einer kommenden
Generation weiterzugeben, damit sie eben nicht den Ungehorsam lernen, sondern den Gehorsam, (00:09:04)
damit sie ein Leben führen, das Gott ehrt und das Gott verherrlicht und nicht zur Unehre ist,
damit sie nicht die gleichen Fehler wie wir ein neues Mal machen. Haben wir wirklich so ein Herz
für die jungen Leute, für die Kinder, um ihnen das weiterzugeben, dass sie schon früh,
Prediger 12 Vers 1 "des Schöpfers gedenken, nämlich in der Jugendzeit, ehe die Tage des Übels kommen".
Stellen wir ihnen vor, dass Gott der Schöpfer ist, bevor sie in der Schule lernen, alle diese
falschen, unbiblischen, ungöttlichen, verkehrten Dinge, die der Teufel in diese Welt hinein zu
pflanzen sucht. Wir sollen sie zu Gott führen. Nun, was ist unsere Aufgabe im Blick auf Kinder,
auf junge Leute? Erstens, ihnen deutlich zu machen, dass sie zum Volk Gottes gehören.
Natürlich im eigentlichen Sinn gehöre ich zur Versammlung Gottes nur, wenn ich mich bekehre,
aber dass sie Teil dieses Volkes sind, als Kinder schon, dass sie dazugehören, dass sie nicht
isoliert sind, dass es nicht einfach einzelne Familien sind, einzelne Personen, sondern dass
wir ein Miteinander im Volk Gottes haben. Zweitens bringen wir ihnen bei, dass sie sich bekehren (00:10:03)
müssen. Nochmal, das tun wir als Eltern hoffentlich auch, aber das ist eine wunderbare Aufgabe, die
wir in der Kinderstunde, in der Jugendstunde haben dürfen, dass wir ihnen deutlich machen, wie wichtig
die Bekehrung ist, wie grundlegend, wie notwendig sie ist und dass man sonst verloren geht. Dann,
dass wir ihnen zeigen, was ein Leben mit dem Herrn Jesus bedeutet, dass es wertvoll ist,
dass es glücklich macht, dass ein Leben im Ungehorsam unglücklich macht und in die Einsamkeit
führt, selbst wenn man mit vielen Menschen zusammen ist. Natürlich wollen wir sie in die
Kenntnis und in die Verwirklichung der Schrift einführen. Wir wollen ihnen das Wort Gottes
vorstellen. Wir geben ihnen nicht irgendwelche interessanten Ideen, menschlichen Überlegungen,
menschlichen Strategien, menschliche Überzeugungen weiter, sondern wir führen sie in das Wort Gottes
ein. Das ist die Grundlage für einen Menschen, für einen Gläubigen und dass sie diese Schrift
auch verwirklichen. Das können sie natürlich nur, wenn sie die Gemeinschaft mit dem Herrn im
Gebet suchen, wenn sie zu Betern werden. Auch da müssen wir selbst Vorbilder sein, aber wir wollen (00:11:02)
ihnen das vermitteln, wie wichtig die Gemeinschaft mit dem Herrn durch das tägliche, durch das
ständige Gebet ist. Auch wie wichtig die Gemeinschaft inmitten der Versammlung und mit
der Versammlung Gottes ist, dass Gott uns nicht nur persönlich berufen hat, sondern dass er uns
in die Versammlung, in die Gemeinde Gottes gestellt hat, dass wir mit den Menschen zusammen,
mit den Gläubigen zusammen den Herrn anrufen aus reinem Herzen, dass wir mit ihnen beten,
dass wir gemeinsam als Volk Gottes der Stimme des Wortes Gottes zuhören und dass wir zum
Gedächtnis des Herrn Jesus zusammenkommen. Wir wollen ihnen auch weitergeben, dass es
einen Dienst gibt für sie, für jeden einzelnen Gläubigen und dass es wertvoll ist, diesen Dienst
auszuüben. Und dann wollen wir das Ganze tun, indem wir die Atmosphäre der Liebe und der
Heiligkeit ihnen vorstellen, dass sie ein Verständnis haben, dass Gott Liebe ist und
dass Gott Licht ist und dass beides nicht gegeneinander steht, sondern miteinander im
Einklang steht und dass sie in dieser Atmosphäre aufwachsen, nicht in einer Atmosphäre der Angst,
auch nicht in einer Atmosphäre der Gleichgültigkeit und Lässigkeit, sondern der Liebe und Heiligkeit. (00:12:02)
Wunderbare Aufgaben, die wir ausführen dürfen, als solche, die Verantwortung haben für Kinder
und für junge Leute. Nehmen wir diese Aufgabe wahr, sind wir wirklich solche, die Hirten der
Herzen einer nachfolgenden Generation sind?