Ehe / Familie / Kinder | Seelsorge (allgemein) | Fr, 31. Juli 2026

Hirtendienst 3: Eltern als Hirten der Herzen ihrer Kinder


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(00:00:00) Ein ganz besonderes Vorrecht ist es, dass Eltern einen Hirtendienst an ihren Kindern tun dürfen. Und so sollen wir Eltern unsere Aufgabe auch sehen. Eine Aufgabe, die wir als Hirten für unsere Kinder tun. Wir finden das in einem ersten Punkt, dass wir unsere Kinder als ein Geschenk aus der Hand Gottes annehmen. Ich denke dabei an Verse wie Psalm 127, wo es in Vers 3ff heißt: "Siehe, ein Erbteil des HERRN sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht, wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend. Glückselig der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht beschämt werden, wenn sie mit Feinden reden im Tor". Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes. Und wenn ich der Hirte, der Herzen meiner Kinder sein möchte, dann gilt es zunächst die Kinder anzunehmen als ein Geschenk. Das ist ja nicht immer gleich einfach. Vielleicht bist du relativ alt in der Situation, wo du dein erstes Kind oder ein weiteres Kind bekommst. Und dann ein freudiges Ja zu finden, ja wenn es das erste Kind ist und man hat lange darauf gewartet, dann ist das so. Aber vielleicht ist das auch eine Last, die du empfindest. (00:01:02) Aber es ist ein Geschenk Gottes. Und wenn du das Wohl deines Kindes suchst, dann nimm das Kind als ein Geschenk Gottes an. Wie ist das mit Kindern, die eine Behinderung haben? Das ist natürlich leicht darüber zu reden, wenn man selber in einer solchen Situation nicht ist. Aber es ist doch auffallend, mit was für einer Liebe und Barmherzigkeit Gott gerade gegenüber solchen Personen spricht, die mit einer Behinderung zu tun haben. Ich denke an 3. Mose 19, wo es in Vers 14 heißt: "Du sollst einem Tauben nicht fluchen und vor einem Blinden keinen Anstoß legen. Und du sollst dich fürchten vor deinem Gott, ich bin der HERR". Mit anderen Worten, Gott hat eine ganz besondere Schutzfunktion eingerichtet und vorgesehen für Personen, die mit Behinderungen zu tun haben. Wir denken an Johannes 9, wo der Geist Gottes ein ganzes Kapitel dieser Gesundung, dieser Heilung, die der Herr Jesus an dem Blindgeborenen vornimmt, widmet. Da waren die Jünger, die sagten: "Wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern?" Und der Jesus antwortet in Vers 3: "Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern (00:02:04) damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden". Wunderbar, dass Gott diese Behinderung, die ja nicht an sich von ihm kommt, Gott hat alles in wunderbarer, vollkommener Weise gemacht, aber die alle eine Folge des Sündenfalls Adams und Evas sind und wo eben der Niedergang auch im Blick auf den Körper, auch im Blick auf die Seele eben diese Folgen darstellen. Aber dann dürfen wir eben sehen, dass solche Personen in ganz besonderer Weise Gegenstand der Fürsorge Gottes sind. Und so wollen auch wir als Eltern solche Kinder mit Einschränkungen, wollen wir sie ansehen als Gegenstand der Fürsorge Gottes und damit auch der besonderen Liebe von uns Eltern. Wir denken an Verse wie Römer 8 Vers 28, dass denen, die Gott lieben, also den Gläubigen, alle Dinge zum Guten mitwirken, auch solche Herausforderungen. Wir denken an Johannes 11, dass Gott gerade da bei Lazarus, der jetzt starb, seine Herrlichkeit in besonderer Weise hervorstrahlen ließ. (00:03:02) Und so wird er das auch bei dir tun, wenn du ein behindertes Kind bekommen hast, eben durch die Geburt. Auch Gott schenkt ein solches Kind, weil er damit die ganze Liebe, seine ganze Barmherzigkeit kundtun darf und auch du. Dass das mit besonderen Herausforderungen für Eltern verbunden ist, ist völlig klar. Sie müssen sich in einer übermäßigen Weise einem solchen Kind widmen. Und gerade wenn mehrere Kinder da sind, bedeutet das eben Einschränkungen für die anderen. Und da ist das ja, gerade wenn man eben ein Hirtenherz hat, muss man eben in dieser Herausforderung leben. Auf der einen Seite diesem Kind mit Einschränkungen die nötige und auch die liebevolle Zuwendung zu geben und auf der anderen Seite nicht die ganze Familie sozusagen mitleiden lassen an dieser Herausforderung und damit den Kindern, die nicht mit solchen Einschränkungen zu tun haben, einen Nachteil zu geben, dass sie immer das Nachsehen haben. Diese Herausforderung, die kann man nicht theoretisch beantworten oder theoretisch behandeln, (00:04:02) aber es ist eine Einschränkung, mit der wir einfach da zu tun haben. Dann dürfen wir nicht übersehen, dass wir natürlich eine Aufgabe an unseren Kindern haben. Der Apostel Paulus sagt uns Vätern, aber das gilt in einer etwas allgemeineren Weise sicher für uns Eltern, Epheser 6 Vers 4: "Und ihr Väter reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn". Das heißt, wir haben als Eltern die Aufgabe, eben nicht im Zorn unseren Kindern zu begegnen, nicht im Affekt irgendwelche Strafen auszusprechen. Ihre Handlungen, die natürlich noch nicht so reif sein können, wie die eines Erwachsenen, in irgendwelche zornigen Weise zu bestrafen oder dagegen anzuschreien, sondern wir sollen sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn aufziehen. Aufziehen, dieses Wort, das Paulus hier benutzt, hat er in Kapitel 5 für Nähren verwendet. Das heißt, es soll eine nährende Art und Weise der Erziehung sein. Es soll nicht eine fordernde sein, obwohl wir unsere Kinder fordern und fördern wollen, (00:05:01) aber es soll Nährung, eine Nahrung ihnen geben. Es soll auf eine Art und Weise sein, dass wir ihnen etwas mitgeben, und zwar etwas Segensreiches, etwas Gutes, etwas für sie Nützliches mitgeben. Das ist ein Hirte. Ein Hirte nimmt nicht nur die Schafe mit, sondern er hat das Wohl der Schafe im Sinn. Und deshalb Zucht in dem Sinne von Ziehen, wir ziehen sie hin zu Christus, nicht nur zur Bekehrung, sondern auch, dass sie mit dem Herrn Jesus ihr Leben führen. Ermahnung des Herrn. Das heißt, dass wir ihnen auch Grenzen setzen. Das heißt, dass wir ihnen eine Hilfestellung geben, nicht nur im irdischen Leben zurechtzukommen, das sollen sie auch, und das ist nicht das Unwichtigste für ihr Leben, sondern auch in einem Leben mit dem Herrn Jesus, dass sie sich bekehren, dass sie von Herzen gehorsam sind. Ermahnung des Herrn. Das heißt, wir stehen an der Stelle dessen, der über ihnen steht. Wir haben eine Autoritätsfunktion, eine Autoritätsposition im Leben der Kinder und sollen sie nicht missbrauchen, sondern sollen sie zum Segen der Kinder benutzen. (00:06:01) Dabei denken wir auch daran, dass wir als Eltern, nicht nur die Mütter, Mutterliebe verwirklichen. So wie Paulus das für sich in Anspruch nehmen konnte im Blick auf die Thessalonicher. In 1. Thessalonicher 2,7 schreibt er: "... obwohl wir als Christi Apostel euch zur Last sein konnten, sind wir in eurer Mitte zart gewesen, wie eine nährende Frau ihre eigenen Kinder pflegt". Das dürfen wir, das darfst du als Mutter, das dürfen wir als Eltern, als Hirten, dürfen wir wirklich in dieser liebevollen Weise mit unseren Kindern umgehen. Liebevolle Weise ist eben gerade nicht, einfach das Böse zu ignorieren, einfach keine Schranken zu setzen. Ich komme gleich noch einmal darauf zurück, sondern eine Mutterliebe bedeutet, dass sie ein Herz hat für die Kinder. Das müssen wir uns immer wieder neu, wie man so sagt, schenken lassen. Das heißt, wir brauchen das Gebet jeden Morgen und auch im Laufe des Tages, um wirklich in dieser liebevollen Weise mit Kindern umzugehen, noch einmal. Das bedeutet nicht, dass wir eben nicht auch der Heiligkeit Gottes in dieser Hinsicht teilhaftig werden wollen, dass wir nicht auch unsere Kinder eben ermahnen müssen, dass wir ihnen Schranken setzen müssen, dass wir sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn aufziehen. (00:07:05) Aber es heißt eben aus einem Herzen der Liebe, dass das Gute der Kinder möchte und dass nicht Kinder einfach drangsaliert oder schikaniert. Eine nährende Frau, die gibt, Eltern, die eben wirklich sich Zeit nehmen für die Kinder, in Liebe die Kinder zu erziehen und zu pflegen, ihnen auch die Atmosphäre zu geben, die sie nötig haben, um sich in Gottes Sinn entfalten zu können. Nicht, dass das Kind in den Mittelpunkt gestellt wird. Deshalb ist es immer segensreich, wenn Gott mehrere Kinder schenken kann, sondern dass wir aber die Atmosphäre geben, in der sich Kinder wohlfühlen. Und das gilt auch für die Vaterliebe, die Paulus anschließend sofort erwähnt in 1. Thessalonicher 2 Vers 11 und 12: "Ebenso wie ihr wisst, wie wir jeden Einzelnen von euch wie ein Vater seiner eigenen Kinder euch ermahnt und getröstet und euch bezeugt haben, würdig des Gottes zu wandeln, der euch zu seinem eigenen Reich und zu seiner eigenen Herrlichkeit beruft". Wir dürfen also Vaterliebe an den Tag legen, seine eigenen Kinder, ein Bewusstsein, dass (00:08:04) uns diese Kinder allerdings nur für eine Zeit anvertraut sind, um sie zu trösten, um ihnen das zu geben, was sie nötig haben, damit sie eben würdig Gottes wandeln. Das ist doch unser Ziel in dem Ganzen. Vaterliebe, Mutterliebe, wollen wir uns fragen, ob wir solche Hirten der Herzen unserer Kinder sind? Und dann bedeutet das natürlich auch, dass wir unseren Kindern mit der Erziehung auch Schutz geben. Ich denke an das Beispiel, was wir in 2. Mose 2 finden, wo in dem Haus Amrams und Jokobeds ein Mose aufgezogen wurde. Zuerst wurde er verborgen angesichts des Hasses und der Brutalität des Pharaos und als die Mutter ihn nicht länger verbergen konnte, nahm sie ein Kästchen von Schilfrohr und verpichte es mit Erzharz und mit Pech und legte das Kind hinein und legte es in das Schilf am Ufer des Stromes. Wir können unsere Kinder letztlich nicht schützen vor den Einflüssen der Welt, die hier durch den Strom, durch den Nil dargestellt werden. Es hat auch keinen Sinn, den Nil leer zu räumen, sozusagen Eimer zu nehmen und das Wasser des (00:09:04) Nils dann irgendwie wegzuschütten, denn der Nil wird weiter fließen, da kommt immer mehr Wasser. Das hat keinen Sinn. Aber was wir haben, ist dieses Schilfrohr, dieses Kästchen von Schilfrohr und das eben mit Erzharz und mit Pech zuzumachen. Wir haben die Person des Herrn Jesus durch das Gebet, durch das Wort Gottes, dass wir eben mit unseren Kindern und für unsere Kinder lesen und für sie beten und mit ihnen beten und ihnen beibringen, dass sie beten und das Wort Gottes lesen und ein Leben mit dem Herrn Jesus führen. Diese Möglichkeiten der Erziehung und des Schutzes für die Kinder haben wir und wenn wir sie nutzen, dann werden wir unsere Kinder schützen. Natürlich werden wir unsere Kinder nicht so früh wie möglich in die Hände der Welt legen, da wo Satan regiert. Wir werden das so spät wie möglich tun. In Deutschland gibt es eine Schulpflicht und natürlich können wir unsere Kinder nicht der Schule entziehen, aber wir brauchen nicht zu meinen, je früher, desto besser für die Kinder. Nein. Je mehr Zeit sie in einer guten Atmosphäre, in einer geistlichen Atmosphäre, in einer biblischen Atmosphäre des Elternhauses zubringen, umso besser sind sie dann vorbereitet auf (00:10:05) das, was sie in der Welt trifft, früher oder später. Und das darf eben nicht nur die Aufgabe der Mutter sein, wie hier in 2. Mose 2, in Apostelgeschichte 7 Vers 20 lesen wir, dass Mose aufgezogen wurde in dem Haus des Vaters. Wir als Väter sollen Verantwortung übernehmen. Das ist nicht nur Aufgabe für unsere Ehefrauen, sondern wir haben die Verantwortung mit unseren Ehefrauen dafür dazustehen, auch Zeit zu investieren. Und Hebräer 11 Vers 23 macht deutlich, dass sie es als Eltern auch gemeinsam taten, dass sie nicht gegeneinander gehandelt haben, sondern dass sie miteinander und füreinander gehandelt haben. Und es ist wichtig, dass wir wirklich in dieser Weise ein Miteinander finden, als Eltern, zum Wohl unserer Kinder. Dabei ist es nötig, dass unsere Kinder eben auch Grenzen finden. Wir lesen in 1. Könige 1 Vers 6 über Adonija, dass sein Vater ihn, solange er lebte, nicht betrübt hatte, dass er gesagt hätte, warum handelst du so? Ja, das ist schon die mildeste Form überhaupt von Erziehung. (00:11:02) Erziehung bedeutet hinziehen zu Christus, hinziehen zu Gott, aber das ist eben mit Grenzen setzen verbunden und das dürfen wir nicht übersehen. Es wäre Torheit zu denken, Kinder entwickeln sich am besten, wenn sie einfach tun und lassen können, was sie wollen. Dann werden sie auch in der Schule tun und lassen, was sie wollen, dann werden sie auch im Beruf tun und lassen, was sie wollen und dann werden sie sich auch nicht bekehren, weil das ein Schritt des Gehorsams ist. Nein, wir wollen wirklich in dieser Hirtenliebe auch bedenken, dass unsere Kinder Grenzen brauchen und dass diese Grenzen auch einzuhalten sind. Dann ist natürlich ein ganz, ganz wichtiges Erziehungsziel, ein Hirtenziel für uns als Eltern im Blick auf unsere Kinder, dass unsere Kinder den Herrn Jesus kennenlernen und lieben lernen. Ich denke an Verse wie 2. Timotheus 1 Vers 5, wo Timotheus darauf hingewiesen wird, dass er den ungeheuchelten Glauben in Erinnerung habe, der zuerst in seiner Großmutter Lois und dann in seiner Mutter Eunike wohnte. Das heißt, in unseren Elternhäusern sollen unsere Kinder den Herrn Jesus kennenlernen, sich bekehren und dann ein Leben mit ihm führen. (00:12:03) Und das muss unser Ziel sein. Unser Ziel ist ja nicht, dass sie groß werden in der Welt, unser Ziel kann ja nicht sein, dass sie groß werden inmitten der Gläubigen, sondern unser Ziel ist, dass sie nicht von uns Eltern abhängig sind und bleiben, obwohl sie das am Anfang sind, sondern dass sie zu einem Leben in Unabhängigkeit von ihren Eltern, wohl in einer guten Gemeinschaft mit den Eltern, aber mit dem Herrn Jesus führen, dass sie dahin gebracht werden, dass sie von Herzen dem Herrn Jesus nachfolgen, auch in ihrem irdischen Leben, dass sie also lebenstüchtig sind, das ist ein wichtiges Ziel und dass sie so ein Leben führen, das den Herrn ehrt, was zur Verherrlichung Gottes ist und was sie glücklich macht, glücklich macht inmitten der Kinder Gottes, inmitten der Versammlung Gottes und nicht gegen die Eltern, nicht gegen ihre Geschwister, nicht gegen die Glaubensgeschwister, sondern in Gemeinschaft damit, aber für den Herrn. Dann sind wir wirklich Hirten der Herzen unserer Kinder, die zum Wohl, die zum Segen tätig sind.