Vielleicht gehört der örtliche Ältestendienst zu den mit am meisten vernachlässigten Aufgaben der Gläubigen. Daher widmen wir ihm im Folgenden mehrere Podcasts.
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Wir haben uns in dem vorherigen Podcast damit beschäftigt, inwiefern Hirtendienst auch
Teil des evangelistischen Dienstes der Verbreitung des Evangeliums geworden ist.
Nun kommen wir zu dem Ältestendienst und zusammen mit der Gabe des Hirten nach Epheser
4 Vers 11 ist der Ältestendienst gewissermaßen der Kern, der Kernbereich von Hirtendienst.
Warum kann man sagen, dass der Ältestendienst wirklich ein Hirtendienst ist?
Weil der Apostel Petrus uns das deutlich macht in 1. Petrus 5. Er spricht dort als Ältester,
als Mitältester und spricht zu solchen, die einen Ältestendienst tun: "Hütet die Herde Gottes,
die bei euch ist". Sie sollen also ihre Tätigkeit an dem Ort als Älteste sehen als einen Hirtendienst.
Und sehr ähnlich sagt das der Apostel Paulus in Apostelgeschichte 20, wo wir finden, dass er die
Ältesten von Ephesus nach Milet zu sich gerufen hat. Da heißt es in Vers 28: Habt Acht auf euch
selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die (00:01:04)
Versammlung Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen". Wir sehen also,
dass hier wirklich Älteste einen Hirtendienst tun, dass sie die Herde wie eine Schafherde sehen
sollen, natürlich nicht wie Tiere, aber dem Charakter eben eines Hirten sollen sie entsprechen,
wenn sie einen solchen Dienst tun. Nun finden wir im Neuen Testament, dass diejenigen, die diesen
Ältestendienst tun, manchmal Älteste genannt werden und manchmal werden sie Aufseher genannt.
Zum Beispiel in Apostelgeschichte 14 sagt der Apostel Paulus in Vers 23, oder wir lesen von
ihm: "Als sie ihnen aber in jeder Versammlung Älteste erwählt hatten, beteten sie mit Fasten
und befahlen sie dem Herrn an, an den sie geglaubt hatten". Oder auch in Kapitel 15 Vers 2: "Als aber
ein Zwiespalt entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, (00:02:02)
ordneten sie an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen zu den Aposteln und
Ältesten nach Jerusalem hinauf gehen sollten". Älteste, warum werden sie Älteste genannt? Das
hat natürlich mit dem Alter zu tun, wobei es nicht in erster Linie um ein biologisches Alter
geht, sondern damit soll ausgedrückt werden, dass es einer gewissen geistlichen Reife und
Einsicht bedarf, also einer wirklichen Reife im geistlichen Leben, im Glaubensleben, in dem
Verständnis der biblischen Lehre, um diesen Ältestendienst ausführen zu können. Andererseits
werden diese Ältesten auch Aufseher genannt. Zum Beispiel in Apostelgeschichte 20 Vers 28,
haben wir gelesen, dass sie als Aufseher gesetzt waren, die Versammlung Gottes zu hüten. Und
ähnlich werden diese Gläubigen auch in dem Philipperbrief, in Philipper 1, in Vers 1 genannt:
"Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi (00:03:04)
sind, mit den Aufsehern und Dienern". Und Aufseher, das soll hier deutlich machen, dass sie Aufsicht
führen. Das ist also mehr ein Hinweis auf den Inhalt ihrer Tätigkeit, dass sie von dem Herrn
die Aufgabe bekommen haben, eben Aufsicht zu üben und dann wirklich eben in dieser Weise zum Wohl
der Herde tätig zu sein. Aufseher ist übrigens die Übersetzung des griechischen Wortes "Episkopos"
und das ist die Grundlage für das, was im Deutschen "Bischof" heißt. Daran kann man sehen, dass das,
was die Kirchen daraus gemacht haben, Bischöfe, die eben nicht auf einen Ort beschränkt sind,
sondern überörtlich tätig sind, völlig im Widerspruch zu Gottes Wort steht. Nein, ein Aufseher
und ein Ältester, das ist die gleiche Aufgabe, das gleiche Amt, damals gewesen. Ich komme darauf
zurück. Und das ist eine Aufgabe, die absolut örtlich beschränkt ist. Warum kann man das sagen? (00:04:04)
Weil Gottes Wort das so sagt. In Apostelgeschichte 20 Vers 28 haben wir das schon gelesen, dass sie
achthaben sollten auf die Herde, in der euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat. Wo waren
sie Älteste? In Ephesus. Wir haben in Apostelgeschichte 20 Vers 17: "Von Milet aber sandte er nach Ephesus
und ließ die Ältesten der Versammlung herüberrufen". Die Ältesten der Versammlung in Ephesus, nicht von
Milet oder von Athen oder sonst wo, sondern eben von Ephesus. Und ähnlich finden wir in Titus 1,
wo es dann auch um bestimmte Tätigkeiten und auch Voraussetzungen für diesen Ältestendienst geht,
dass der Apostel schreibt an Titus in Vers 5: "Deshalb ließ ich dich in Kreta zurück, damit du
das, was noch mangelte, in Ordnung bringen und in jeder Stadt Älteste anstellen möchtest, wie ich
dir geboten habe". Das heißt, in jeder Stadt, da wurde nicht ein Ältester für eine Region benannt, (00:05:04)
sondern er wurde für die einzelnen Orte, für die einzelne örtliche Versammlung angestellt.
Und das finden wir auch eben in der Apostelgeschichte an verschiedenen Stellen. Zum Beispiel auch in
Kapitel 14 haben wir das gesehen, dass er ihnen in jeder Versammlung Älteste erwählt hatte. Das
heißt, es ist eine Aufgabe, die beschränkt ist auf einen Ort. Dabei dürfen wir sehen,
dass diese Aufgabe eine wertvolle Aufgabe ist. In dem Zusammenhang, wo bestimmte Kriterien für
diese Aufgabe genannt werden, heißt es in 1. Timotheus 3 Vers 1: "Das Wort ist gewiss. Wenn
jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begeht er ein schönes Werk. Es ist eine schöne,
es ist eine wertvolle Aufgabe. Und man kann nur wirklich sagen, diejenigen, die sie ausüben,
sie üben ein wichtiges, ein wertvolles, ein kostbares, ein nützliches Amt, damals jedenfalls (00:06:04)
Amt, weil sie damals eben öffentlich auch mit Namen eingesetzt worden sind. Und das führt uns
zu der Frage, wer stellt denn die Ältesten an? Dabei müssen wir immer bedenken, ein Prinzip,
das wir in der Schrift immer wieder finden, Autorität wird nie von unten gewählt oder
eingesetzt. Nein, es ist eine Autorität, die immer von oben kommt. Gott hat Autorität,
Christus hat Autorität von oben, den hat niemand gewählt, sondern Gott hat ihn bestimmt. Und so
finden wir, Eltern, die werden nicht von Kindern gewählt, sondern Eltern haben Autorität, weil sie
die Eltern sind. Oder Regierungen haben Autorität, weil sie von Gott als Regierungen eingesetzt
worden sind. Das ist ein Unterschied zu den Dienern, den Diakonen, die sich um die materiellen
Bedürfnisse kümmern, denn ihr Dienst ist nicht mit Autorität verbunden. Und da finden wir in der (00:07:01)
Tat, zum Beispiel in Apostelgeschichte 6, dass Petrus und die Apostel die Gläubigen dort in
Jerusalem selbst haben bestimmen lassen, wählen lassen, wer diese Diakone sein sollten. Und die
Apostel haben sie dann auch eben beglaubigt durch ihre Gebete und dass sie dem eben zugestimmt
haben. Aber Diakone haben eben keine Autorität. Älteste dagegen hatten Autorität. Nun, wer konnte
sie einsetzen? Das waren eben solche, die über ihnen standen. Und das war in der damaligen Zeit
die Apostel. Wir haben Apostelgeschichte 14 Vers 23 gelesen "als sie ihnen, die Apostel, Paulus und
seine Mitarbeiter, in jeder Versammlung Älteste erwählt hatten". Das heißt, die Versammlung haben
die nicht selber bestimmt, sondern Paulus hat sie dort eingesetzt. Und ganz ähnlich finden wir das
in Titus 1. Wir haben den Vers 5 gelesen: "Deshalb ließ ich dich in Kreta zurück, damit du, was noch
mangelte, in Ordnung bringen und in jeder Stadt Älteste anstellen möchtest, wie ich dir geboten (00:08:03)
habe". Das heißt, die Apostel haben diese Aufgabe der Anstellung delegiert. Sie haben sie delegiert
an bestimmte Personen. Und diese Personen waren dann für alle hörbar, sichtbar, mit Namen benannt,
als Älteste tätig. Nun, gibt es heute noch Apostel? Gibt es nicht mehr. Denn diese zwölf Apostel, die
Gott gegeben hat und dann auch Paulus, sie sind längst beim Herrn. Gibt es noch Delegierte, die
diese Apostel bestimmt haben, dass sie eben wie Titus oder Timotheus oder andere an bestimmten
Orten Älteste anstellen sollten? Gibt es auch nicht mehr, denn die sind auch längst beim Herrn.
Mit anderen Worten, das Amt des Ältesten, wie es damals ausgeführt worden ist, kann es heute
nicht mehr geben, weil es nicht mehr Apostel gibt und nicht mehr ihre Delegierten. Und wie wir zugleich
eben ja erkannt haben, dass Autorität von oben kommt und nie von unten gewählt oder eingesetzt
werden kann. Also kann es in amtlicher Weise solche Ältesten oder Aufseher nicht mehr geben. (00:09:06)
Dann muss man sich fragen, warum wird im Neuen Testament, sagen wir in 1. Timotheus 3, auch in
Titus 1 und an anderen Stellen ausführlich über Älteste gesprochen, über Qualifikationen von
Ältesten, auch über die Einsetzung von Ältesten, wenn es dieses Amt doch gar nicht mehr gibt. Und
die Antwort kann ja dann nur sein, dass es zwar das Amt nicht gibt, aber ihren Dienst. Und deshalb
ist es auffallend, dass wir zum Beispiel in 1. Thessalonicher 5 finden, dass dort ohne das Wort
Älteste zu benutzen, ihr Dienst bezeichnet wird. In 1. Thessalonicher 5 Vers 12 lesen wir:
"Wir bitten euch aber Brüder, dass ihr die erkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im
Herrn und euch zurechtweisen und dass er sie über die Maßen in Liebe achtet um ihres Werkes Willen".
Da sehen wir, dass es solche gab, die diese Aufgabe wahrgenommen haben, ohne dass sie
ausdrücklich als Älteste bezeichnet, benannt worden sind. Und ähnlich finden wir das in 1. Korinther (00:10:06)
16 in Verbindung mit dem Haus des Stephanas, wo er genannt wird und wo es dann heißt: "... dass auch
ihr euch solchen unterordnet und jedem, der mitwirkt und arbeitet. Ich freue mich aber
über die Ankunft von Stephanas und Fortunatus und Achaikus, denn diese haben erstattet, was eurerseits
mangelte" und so weiter, "erkennt nun solche an", solche, die einen solchen Ältestendienst am Ort
tun. Mit anderen Worten, wir haben dieses Bewusstsein, dass es das Amt nicht mehr gibt.
Keiner kann heute noch sagen, ich bin ein Ältester, weil das bedeutet, dass er als Name,
als Person eingestellt ist. Das gibt es heute nicht mehr, weil es eben keine Apostel und Delegierten
mehr gibt. Aber ihren Dienst gibt es und diejenigen, die diesen Dienst dann ausüben, dürfen zwar nicht
amtlich wie damals, aber doch geistlicherweise bedenken, dass damals der Heilige Geist, Apostelgeschichte (00:11:07)
20 Vers 28, dieser Ältesten als Aufseher gesetzt hat. Das heißt, es ist eine Aufgabe, die ausdrücklich
vom Heiligen Geist nicht nur bejaht, sondern auch bewirkt wird und die man deshalb unter der Führung,
unter der Leitung, unter der Autorität des Heiligen Geistes auch bis heute tun darf und tun soll.
Also in diesem ersten Podcast haben wir damit gesehen, dass es Aufseher gibt, dass es Älteste
gibt, wie wichtig dieser Dienst ist, wie wertvoll er ist und dass er heute nicht mehr als Amt,
aber doch als Aufgabe, als geistlicher Dienst an den einzelnen Orten ausgeführt werden soll.
Wir werden uns dann beim nächsten Podcast anschauen, was es eigentlich für Voraussetzungen
gibt, um diesen Dienst ausführen zu können.