Manchmal wird die Trauer bei einem Menschen so groß, dass er - wie Jakob bei Joseph - sich nicht mehr trösten lässt. Das ist nicht gesund und auch nicht hilfreich, obwohl Trauer absolut ihren Platz hat nach dem Tod bzw. Heimgang eines nahen Angehörigen oder Freundes. Was gilt es zu bedenken?
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Wir haben uns schon einmal mit dem Thema Trauer beschäftigt und wir haben gesehen, dass es
normal ist, ja, dass es natürlich ist und dass es biblisch ist zu trauern und daran
wollen wir festhalten.
Wenn ein naher Angehöriger, vielleicht der Ehepartner, vielleicht ein Kind, vielleicht
ein Elternteil, vielleicht ein sehr guter Freund gestorben ist, heimgegangen ist, dann
ist es ganz normal, dass wir trauern und das finden wir auch in der Bibel, dass die Angehörigen
getrauert haben und das zeigt uns, dass Gott von uns nicht eine übernatürliche Reaktion
erwartet.
Im Gegenteil.
Er zeigt uns, dass es ein biblischer Weg ist, dass es natürlich ist mit einer solchen Trauer
auch richtig umzugehen.
Wir sehen ja, als Lazarus gestorben war, wie wir das in Johannes 11 finden, dann haben die
Angehörigen getrauert, dann hat Martha getrauert, dann hat Maria getrauert und der Herr Jesus lässt
das absolut stehen.
Wir sehen sogar, dass er selbst auch Tränen vergießt.
Es heißt in Johannes 11 Vers 33, als nun Jesus sie weinen sah, das ist Maria, und (00:01:07)
die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, seufzte er tief im Geist und erschütterte
sich.
Ja, er war erschüttert über die Folgen des Todes und diese Folgen des Todes, die gibt
es eben auch in der heutigen Zeit, die haben nicht aufgehört, denn dadurch, dass wir alle
gesündigt haben, müssen wir alle sterben, selbst wir als Gläubige.
Wenn der Herr Jesus wiederkommt und wir erwarten ihn oder nicht, wir erwarten ihn heute, er
kann heute noch kommen, dann brauchen wir nicht mehr durch den Tod zu gehen, weil der
Triumph des Herrn Jesus in seinem Tod über den Tod, über den, der die Macht des Todes
hat, so gewaltig ist, dass er solche, die an ihn glauben, auch entrücken kann, ohne
dass sie durch den Tod gehen.
Aber wenn er heute noch nicht kommt oder morgen, dann werden wieder Gläubige sterben, heimgehen
und das wird weiter so sein.
Natürlich, wir wissen, dass, wenn ein Gläubiger heimgeht, er dann ohne Körper mit seiner (00:02:02)
Seele im Paradies ist, das ist noch nicht die Herrlichkeit, aber es ist doch ein Ort
der Glückseligkeit und wenn so jemand heimgeht, dann haben wir einen Verlust, dann spüren
wir einen Verlust und deshalb wundern wir uns nicht, dass eben im Neuen wie im Alten
Testament immer wieder Trauernde zu finden sind.
Auch der Herr Jesus vergoss Tränen, Johannes 11 Vers 35 und das zeigt, dass er nicht nur
Mitempfinden hatte mit Martha und mit Maria, sondern dass er selbst auch Trauer kannte.
Nun, wir wissen, dass unsere Heimgegangenen bei Christus sind, ich komme gleich darauf
zurück.
Was ist, wenn jemand, der uns nahe stand, ungläubig stirbt?
Nun, dann wissen wir, dass der Aufenthaltsort festbestimmt ist, aber dann können wir nichts
mehr daran tun.
Dann haben wir das, was wir tun konnten, getan und wenn wir es nicht getan haben, natürlich,
wenn wir merken, wir hätten noch mehr auf den Herrn Jesus hinweisen können, hätten
wir das nicht immer tun können, dann bekennen wir das dem Herrn, aber dann können wir das (00:03:03)
ihm überlassen.
Wir wissen, dass er vollkommen gerecht ist und dass niemand stirbt, der nicht die Botschaft
gehört hat, der nicht die Botschaft von dem Herrn Jesus auch durch Gott auf eine ihm eigene,
souveräne Art und Weise gehört hat und dann können wir das ihm überlassen.
Ja, wir trauern, wir sehen das in Apostelgeschichte 9, dass es auch unter Gläubigen normal ist,
dass man trauert.
Da heißt es, als Petrus gerufen wurde, ausdrücklich in Lydda, dass Petrus stand und mit ihnen
ging, um eben zu Tabitha (übersetzt Dorkas), die heimgegangen war, zu gehen und zu den Gläubigen,
um sie zu trösten.
Und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach und alle Witwen traten weinend
zu ihm und zeigten ihm die Unterkleider und Gewänder, die Dorkas gemacht hatte, während
sie noch bei ihnen war.
Sie haben also dort auch geweint, sie haben auch getrauert. (00:04:04)
Hoffentlich ist es bei uns nicht ein Trauern, das dann irgendwann ist, wenn man die Wertschätzung
nicht mehr ausdrücken kann, wie das hier war.
Hoffentlich sind wir solche, die die Wertschätzung für einen Gläubigen vor dem Heimgang darstellen
und nicht dann, wenn man der Person das selber nicht mehr mitteilen kann, darüber sprechen.
Hoffentlich sind wir auch nicht so Heuchler, wie in Matthäus 23 der Herr Jesus das über die
Pharisäer sagt in Vers 29:
"Werhe euch Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr baut die Gräber der Propheten
und schmückt die Grabmäler der Gerechten und sagt, wären wir in den Tagen unserer Väter
gewesen, so würden wir nicht ihre Teilhabe an dem Blut der Propheten gewesen sein".
Sie schmücken die Gräber, aber sie haben eben nicht gehandelt nach den Worten der Propheten,
tun nicht nach ihren Worten.
Ich habe das erlebt.
Mein Vater ist sehr früh heimgegangen und da gab es solche, die nicht gläubig waren,
da gab es solche, die zu der Beerdigung gekommen sind und wenn sie uns dann nach dem Heimgang (00:05:03)
meines Vaters besucht haben, dann sind sie zu dem Grab gepilgert.
Ich habe das noch so sehr plastisch in Erinnerung, vielleicht ist mir das auch nur mitgeteilt
worden, wie wir Besuch bekamen von Gläubigen und als dann alle zu dem Grab pilgerten, haben
sie gesagt, wieso, wir waren doch bei der Beerdigung, wir brauchen jetzt nicht auch
zum Grab zu pilgern, da sind die Toten, lasst die Toten zu den Toten gehen, wir haben deinen
Vater lebendig in Erinnerung, aber die Ungläubigen, die pilgerten, die wollten unbedingt immer
zum Grab laufen, seltsam, was wollen sie bei dem Grab, hätten sie doch mal danach getan,
was mein Vater gesagt hat, hätten sie doch mal den Glauben meines Vaters nachgeahmt,
so schwach er gewesen ist oder sein mag, aber da sehen wir, die Toten pilgern zu den Gräbern
der Toten, statt da, wenn Leben da gewesen ist, wenn Glaube da gewesen ist, den Glauben
nachzuahmen.
Aber es gibt eben auch eine übermäßige Trauer und die finden wir zum Beispiel bei (00:06:01)
Jakob.
In 1.
Mose 37 Vers 34 lesen wir, und Jakob zerriss seine Kleider und legte Sacktuch um seine
Lenden und er trug Leid um seinen Sohn viele Tage, das war Joseph, der tatsächlich gar
nicht gestorben war, aber das wusste Jakob eben nicht, und alle seine Söhne, Vers 35
und alle seine Töchter machten sich auf, um ihn zu trösten, aber er weigerte sich,
sich trösten zu lassen und sprach, denn trauernd werde ich zu meinem Sohn hinabfahren
in den Scheol.
Und sein Vater beweinte ihn, er ließ sich nicht trösten, und das ist eben nicht mehr
gesund, das ist nicht mehr gottgemäß, das ist nicht mehr, wir würden sagen heute, biblisch-christlich.
Vers 34, dass er Leid trug, viele Tage, jedenfalls einige Tage, das ist normal, aber wenn wir
dann eben uns nicht trösten lassen, dann machen wir uns zum Mittelpunkt, dann werden
wir selber, wir drehen uns dann nur noch um uns selbst, und das möchte Gott nicht.
Er möchte, dass wir eben die Trauer haben und die Trauer dann beenden. (00:07:02)
Lasst uns bedenken, erstens, Heimgegangene haben es weit besser. In Philipper 1 Vers 23
sagt der Apostel Paulus "abzuscheiden und bei Christus zu sein ist weit besser".
Es ist weit besser für sie.
Wollen wir trauern, weil sie es besser haben?
Ist das nicht, dass es sich um uns selbst dreht, wenn wir so trauern?
Ja, dann denken wir zweitens, dass es heißt, dass sie bei Christus sind.
Könnte es etwas Schöneres, etwas Besseres geben, als bei Christus zu sein, wie wir das
hier in Philipper 1 Vers 23 haben?
Sie sehnen sich nicht eine Sekunde zurück, möchte ich drittens sagen.
Und wir trauern?
Worüber trauern wir denn?
Natürlich, nochmal, der Schmerz des Abschiednehmens, dass man sich vielleicht nicht verabschieden
konnte oder dass der geliebte Ehepartner nicht mehr da ist, das tut weh, aber sie haben es
doch besser.
Sie sehnen sich nicht eine Sekunde zurück, sie freuen sich an der Gegenwart und der Gemeinschaft (00:08:02)
mit dem Herrn Jesus.
Und dann trauern wir?
Ja, es ist eben viertens ein Stück weit Egoismus.
Nochmal, es ist natürlich, es ist normal, es ist biblisch zu trauern, wir finden das
im Neuen Testament und im Alten Testament.
Aber das auszudehnen, sich damit ständig zu beschäftigen, das ist eben ein um sich
selbst drehen, da geht es nicht mehr um den Heimgegangenen, da geht es um mich selbst.
Dass ich anderen letztlich damit zeige, sie sollen sich mehr um mich kümmern.
Mir geht es ja so schlecht, denn dem anderen geht es ja weitaus besser.
Oder wenn er ungläubig war, dann ist es eben zu spät, so traurig das ist.
Also wir wollen fünftens es nicht nur um uns selbst kreisen lassen, sondern wollen
sechstens wie Abraham bewusst aufstehen nach einer Zeit.
Das muss nicht nach drei Stunden sein, das muss nicht nach einem Tag sein, das muss auch
nicht nach drei Tagen sein, aber nach einer angemessenen Zeit ist das Recht aufzustehen
und nach vorne zu blicken und das Leben weiter mit dem Herrn zu führen. (00:09:01)
Sonst kommt man noch in Depressionen und die sind dann nicht mehr natürlich.
Das ist nicht mehr das, was Gott bewirkt und das ist nicht mehr das, was Gott möchte.
Nein, wir wollen siebtens bewusst auf den Herrn Jesus sehen.
Er ist doch der wahre Tröster, er ist der große Hirte, der unser Herzen erfüllt.
Wollen wir ihm dieses Werk auch zugestehen?
Wollen wir dieses Werk des Herrn Jesus an uns tun lassen?
Wir wollen achtens unser Leben strukturieren.
Wenn wir so sehr mit der Trauer befasst sind, ist es gut sich zu überlegen, wie kann ich
den Tagesablauf strukturieren, damit er eine neue Form bekommt und ich eben nicht ständig
immer nur an mich denke, sondern auch Tätigkeiten zu tun habe.
Wir wollen deshalb neuntens bewusst Gläubige einladen, vielleicht auch Ungläubige, um
ihnen ein Zeugnis abzulegen.
Bewusst einladen, damit wird unser Leben wieder erfüllt.
Wir wollen zehntens bewusst Besuche machen und zwar Besuche machen, nicht um unsere Trauermine
zu zeigen, sondern Besuche machen, um Gemeinschaft zu pflegen, Besuche machen, um zu ermutigen, (00:10:07)
Besuche machen, um Gemeinschaft zu pflegen und deshalb auch elftens aktiv Beschäftigungen
suchen und nicht in Untätigkeit, in Trägheit, in Trauer verharren.
Das sind so ein paar Aspekte in Verbindung mit der Trauer, die normal, natürlich ist,
wenn sie nicht in eine Überlänge gezogen wird, wo es letztlich um uns geht, nicht
mehr um den, der heimgegangen ist und schon gar nicht um den Herrn.
Wir wollen doch ihn ehren und ihn können wir ehren, indem er unser Herzen erfüllt
und wir für ihn leben, mit ihm leben zu seiner Ehre.