Seelsorge (allgemein) | Jesus Christus/Gott, der Vater | Mo, 6. April 2026

Wenn die Trauer zum Mittelpunkt des Lebens wird ...


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(00:00:00) Trauer ist ein ständiger Begleiter in unserem Leben hier auf dieser Erde. Trauer um einen lieben Angehörigen, den der Herr heimgerufen hat. Vielleicht den Ehepartner, vielleicht ein Kind, vielleicht den Vater, die Mutter oder einen nahen Angehörigen. Es gibt Trauer auch in der Situation, dass man die Arbeitsstelle verloren hat. Natürlich eine ganz andere Art von Trauer. Trauer über Probleme, die es in der Versammlung Gottes, in der Gemeinde Gottes gibt. Trauer über Probleme, die es in der Familie gibt. Trauer. Und wenn man anfängt zu trauern, was ganz natürlich ist, was ganz normal ist, was auch richtig ist, dass man trauert, besteht die Gefahr, dass die Trauer zum Mittelpunkt des Lebens wird. Und dass gerade für uns als Gläubige, die wir eine Beziehung zu dem Herrn Jesus haben, diese Trauer dazu führt, dass unsere Beziehung zu dem Herrn Jesus abgeschwächt wird oder sogar zweitrangig wird. Wir finden das Beispiel von Maria, Maria Magdalene. Das ist eine Frau, in der viele Dämonen, sieben Dämonen gewesen sind. Und Lukas 8 zeigt uns, dass der Herr Jesus alle diese Dämonen ausgetrieben hat. (00:01:05) Das muss also ein furchtbarer Zustand gewesen sein, unter dem diese Frau gewesen ist. Und Besessenheit kommt ja nicht irgendwie von selbst. Besessenheit hat ja eine Ursache. Das wissen wir heute, wenn man sich okkulten Dingen öffnet, dann öffnet man sich eben auch satanischen Einflüssen. Und bei Ungläubigen ist es eben möglich, dass dann auch eine Besessenheit die Folge ist. Das ist nicht die Regel heute, schon gar nicht bei Ungläubigen, bei allen Ungläubigen, nein, aber das ist möglich, wenn man sich eben diesen okkulten Kräften öffnet. Nun, Maria Magdalene ist durch den Herrn Jesus befreit worden. Und wie es einmal heißt, wem viel vergeben worden ist, der liebt viel. Das hat der Herr Jesus gesagt und das war bei ihr der Fall. Sie hatte eine große, sie hatte eine intensive Liebe zu dem Herrn Jesus und das hat sie gezeigt, indem sie dem Herrn Jesus gefolgt ist, indem sie dem Herrn Jesus mit ihrer Habe gedient hat, indem sie am Kreuz von Golgatha eine der wenigen Frauen war, die die ganze Zeit in Sichtweite des Herrn Jesus gewesen ist. Und anscheinend hatte sie eine Liebe, die auch über die von anderen hinausging, (00:02:04) dass sie am nächsten Morgen die erste war, die wieder an dem Grab war, dann gesehen hat, dass das Grab leer war. Das hat sie so erschüttert, dass sie sofort zurückgelaufen ist. Wir lesen, dass Maria Magdalene früh, als es noch dunkel war, zur Gruft geht, den Stein weggewälzt sieht. Sie dann zu Simon Petrus und zu Johannes kommt, dem Jünger, den Jesus liebt, hatte und ihm erzählt, sie haben den Herrn weggenommen. Dann sind Petrus und Johannes mit ihr hingegangen, die haben das gesehen und dann heißt es so erstaunlich, dass sie geglaubt haben. Dann ging nun auch der andere Jünger hinein, der als erster zu der Gruft gekommen war, Johannes, und er sah und glaubte, denn sie kannten die Schrift noch nicht. Und dann sind sie wieder nach Hause gegangen. Also sie haben geglaubt, was sie vorgefunden haben, ohne zu glauben, dass der Jesus auferstanden war. Denn die Schriften hatten sie noch nicht in Händen. Sie kannten diese Schriften noch nicht, obwohl der Herr Jesus ja viele Male davon gesprochen hatte. Maria ist aber nicht damit zufrieden. Sie bleibt da stehen und weint. Und jetzt finden wir bei ihr, dass ein Phänomen, wenn ich das so ausdrücken darf, stattfindet. (00:03:05) Wenn die Trauer zum Mittelpunkt wird, dann fängt es an sich nur noch um uns selbst zu drehen. Nicht, dass die Liebe bei ihr irgendwie weniger geworden wäre. Da sieht sie auf einmal die zwei Engel sitzen, Vers 12, Johannes 20 Vers 12, in weißen Kleidern. Einen zu dem Haupt, einen zu den Füßen. Und sie ist überhaupt nicht erstaunt. Das ist ganz ungewöhnlich. Wenn solche Wesen da sind, dann ist man an sich erschreckt, wenn sie auch noch in einer gewissen Herrlichkeitserscheinung sind, eben nicht so wie bei Abraham als Männer einfach erscheinen, sondern in dieser herrlichen Erscheinung sind. Das war aber bei Maria nicht. Und das war nicht, weil sie nicht mit diesen Männern beschäftigt war, sondern ihre Liebe zu dem Herrn Jesus war auf der einen Seite da, aber auf der anderen Seite war sie so in ihrer Trauer festgefahren, drehte sich anscheinend eben das nur noch um sie und ihre Trauer, dass sie das gar nicht bemerkte, mit wem sie zu tun hatte. Und einfach zu ihnen sprach, beziehungsweise sie fragten sie: "Frau, warum weinst du?" Und sie hat geantwortet, als ob das das Natürlichste auf der Welt wäre, (00:04:03) dass da diese Engel sitzen: "Weil sie meinen Herrn weggenommen haben und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegen haben". Meinen Herrn! Das ist einerseits ein wunderbarer Ausdruck, das ist mein Herr, zu dem ich eine Beziehung habe, aber es zeugt doch irgendwie auch, dass sie jetzt nur noch an sich dachte letztendlich, in dieser Trauer über den Herrn Jesus. Das wird auch dann deutlich, wenn der Herr Jesus zu ihr spricht, den sie noch nicht erkennt. "Sie in der Meinung es sei der Gärtner: ´Wenn du ihn weggetragen hast, du sagst mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich werde ihn wegholen´." Sie ist mit sich und ihrer Angst und mit ihrer Trauer beschäftigt. Und das ist eine Gefahr, wenn man in Trauer ist, dass sich das irgendwie verselbstständigt, dass man nicht wie Abraham zum Beispiel, der seine Frau Sarah beerdigte, und wo es dann ausdrücklich heißt, dass er sich von dem Grab weg erhob, dass er diese Trauer zugelassen hat, aber dann, nachdem diese Trauer ihren Platz hatte, (00:05:01) nachdem diese Trauer mit Recht auch ihren Tribut sozusagen zollen konnte, dass er eben diese Beerdigung durchgeführt hat, dass er dann eben aufgestanden ist und sich erhoben hat von dem Grab und damit auch von dieser Trauer, die er bei der Beerdigung und im Blick auf das Wegnehmen seiner Frau empfunden hat. Es ist einfach schön, dass wir sehen, dass Abraham diese Kraft hatte, sich wegzuerheben von dieser Trauer und von dem, was an Leid durch den Heimgang seiner Frau gewesen ist. Und da frage ich mich, ob dieses Erheben, ob dieses Bewusstsein, dass man eben nicht jetzt einfach in seiner Trauer sich festhält und festhalten lässt, (00:06:01) die letztlich nur dazu führt, dass man sich mit sich selbst beschäftigt. Das heißt in 1. Mose 23 Vers 3: "Und Abraham erhob sich weg von seiner Toten". Diese Trauer, auch die Person, um die er trauert, die war jetzt nicht mehr Mittelpunkt seines Lebens. Er hatte ja keine Beziehung zu einer Toten, sondern solange Sarah lebte, war es seine Beziehung. Aber jetzt kam er hinweg darüber und jetzt konnte er alles das tun, was es zu tun gab. Dagegen, wenn die Trauer zum Mittelpunkt unseres Lebens wird, dann dreht sich am Ende nur noch alles um uns selbst. Und dann werden wir, obwohl wir das gar nicht wollen, in gewisser Hinsicht zu Egoisten, weil wir nur noch in unserer Trauer sind. Da fragt man jemanden, wie es einem geht. Ach, ich bin so traurig. Ich muss jetzt alleine leben. Das ist ja auch so. Und wer wollte das bestreiten? Und solche, die das nicht erlebt haben, die können ja kaum mitreden mit einer solchen Trauer. Aber wenn sich diese Trauer verselbstständigt, dann kommt es nicht mehr zu einem wirklich freudigen Leben. Und das kann nur jemand selbst auch bewirken. (00:07:02) So wie wir das gelesen haben bei Abraham. Er erhob sich selbst weg. Das muss der Trauernde tun. Er muss zu einer Situation kommen, wo er sagt, das ist jetzt so und jetzt möchte ich von jetzt an ein Leben mit meinem Herrn führen, das eben ein verändertes Leben ist. Dieser Gestorbene, dieser Heimgegangene kommt nicht wieder. Auf einer ganz anderen Ebene kann man an sich nicht vergleichen. Aber es ist doch auch so, diese verlorene Arbeitsstelle, die kommt nicht wieder. Aber soll ich jetzt mein Leben lang darum trauern? Soll ich mich nur noch damit beschäftigen und damit nur noch um mich selbst drehen, um meine Gefühle, um meine Empfindungen, um meine Trauer, um meine Ängste, um das, was mir weggenommen worden ist? Ich, ich, ich. Nein, wir wollen uns darüber erheben, weg erheben davon. Und wir wollen sehen, dass der Herr mehr für uns hat, auch in unserem jetzigen Leben. Und dass die Freude wiederkommen darf. Dass man sich wieder freuen darf. Dass es nicht irgendwie ein Vergehen an demjenigen ist die Sache, die man verloren hat, sondern dass Gott das möchte. Dass dieser Lebensabschnitt eben zu einem Ende kommt. Dass man ihn abschließt und man sich (00:08:01) buchstäblich und im übertragenen Sinne erhebt über diese Situation, um einen Neuanfang zu machen. Das darf man, das kann man, das soll man. Denn der Herr bleibt derselbe. Meine Situation hat sich verändert. Das ist vollkommen klar. Aber der Herr bleibt derselbe. Und der Herr hilft uns, dass wir uns erheben. Nicht in einer unnatürlichen Weise, dass wir irgendwie diese Erfahrung, diese Lebenserfahrung, die wir machen durften einfach ignorieren. Dass wir sie einfach aus unserem Leben streichen. Sondern, dass wir sagen, das war eine Zeit. Und ich erinnere mich, wie mir ein Bruder mal sagte, der alt geworden war, schöne Dinge, die er erlebt hat mit dem Herrn, auch mit seiner Frau, auch mit den Gläubigen. Aber das war einmal. Und jetzt geht es eben weiter. Jetzt ist es ein verändertes Leben, aber ein ebenso schönes, ein ebenso glückliches Leben, weil wir den Herrn haben. Das wollen wir uns gegenseitig sagen und uns nicht festhalten an einer Trauer, die uns niemals halten kann. Wollen uns nicht festhalten mit der Trauer, die dazu führt, dass wir uns nur noch um uns selbst drehen. Sondern wollen den Blick nach vorne richten, wollen den Blick nach oben richten (00:09:01) und so mit dem Herrn weitergeben. Die Trauer zulassen, aber dann auch ein "Ja" finden zu dem Weg Gottes und mit ihm weitergehen zu seiner Ehre. Und das ist dann letztlich auch unser eigenes Glück.